Bosbach verteidigt Maizières Forderung nach Leitkultur

Für Wolfgang Bosbach soll der Begriff Leitkultur «nicht ausgrenzen, sondern einladen, jene Normen und Werte zu beachten, deren Einhaltung notwendig ist». Foto: Marijan Murat

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat den Vorstoß von Bundesinnenminister Thomas de Maizière für eine Leitkultur in Deutschland gegen Kritik der Opposition verteidigt.

«Gerade vor dem Hintergrund der anhaltend starken Zuwanderung und der großen Bedeutung einer gelungenen Integration von Menschen mit Bleiberecht ist es richtig und wichtig, dass wir über das sprechen, was eine Gesellschaft zusammenhält und welche Regeln wir für ein konfliktfreies Miteinander beachten müssen», sagte Bosbach dem «Kölner Stadt-Anzeiger».

Der Begriff Leitkultur solle «nicht ausgrenzen, sondern einladen, jene Normen und Werte zu beachten, deren Einhaltung notwendig ist, damit alle in unserem Land unabhängig von Hautfarbe, Staatsangehörigkeit und Religion friedlich und konfliktfrei miteinander leben können», so Bosbach weiter.

De Maizière hatte in der «Bild am Sonntag» geschrieben, er wolle eine Debatte über das Thema Leitkultur anstoßen. Der CDU-Politiker führte zehn Eigenschaften auf, die seiner Auffassung nach Teil einer deutschen Leitkultur sind. Darunter auch die These, die Religion sei «Kitt und nicht Keil der Gesellschaft».

Der Minister listet zudem soziale Gewohnheiten auf: In Deutschland gebe man sich zur Begrüßung die Hand, zeige sein Gesicht und nenne seinen Namen. «Wir sind nicht Burka», schreibt de Maizière. Der Aufruf richtet sich aber auch an konservative Kreise. «Ein aufgeklärter Patriot liebt sein Land und hasst nicht andere», lautet eine Aufforderung des Zehn-Punkte-Plans.

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