Bosnier wegen Kriegsverbrechen zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Ein früheres Mitglied einer muslimischen Spezialeinheit ist in Bosnien wegen Kriegsverbrechen während des Bosnienkrieges (1992-1995) zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Edin Dzeko wurde am Freitag von dem Richter Saban Maksumic schuldig gesprochen, in dem kroatischen Dorf Trusina an der Ermordung von Kriegsgefangenen und Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Der heute 42-Jährige war während des Krieges Mitglied der Spezialeinheit Zulfikar, die im April Trusina angriff und dabei mindestens 22 gefangene Soldaten und Zivilisten tötete.

Laut dem Richter war Dzeko an der Ermordung von mindestens sechs Kriegsgefangenen und zwei Zivilisten beteiligt. Dzeko war nach dem Krieg in die USA geflohen, im Dezember 2011 aber nach Bosnien ausgeliefert worden. Im April 2012 war bereits das frühere Zulfikar-Mitglied Rasema Handanovic wegen der Verbrechen in Trusina zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auch sie war im Dezember 2011 von den USA ausgeliefert worden. Vor Gericht hatte sie sich schuldig bekannt und als Zeugin gegen Dzeko ausgesagt.

Wegen der Verbrechen in Trusina stehen sechs weitere frühere Mitglieder der Zulfikar-Einheit vor Gericht, darunter ihr Kommandeur Zulfikar Alispago.

Während des Bosnienkriegs waren Kroaten und Muslime die meiste Zeit verbündet im Kampf gegen die Serben, doch lieferten sich die Volksgruppen in den Jahren 1993 und 1994 elf Monaten lang blutige Gefechte im Süden und Zentrum des Landes. In dem Bürgerkrieg starben 100.000 Menschen, zudem wurden 2,2 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben - die Hälfte der damaligen Bevölkerung.

Am Freitag wurden auch zwei Muslime und ein Kroate von der Staatsanwaltschaft angeklagt, zu Beginn des Kriegs an der Ermordung von mehr als 90 serbischen Zivilisten in der Region Trnovo beteiligt gewesen zu sein.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.