Botsuana organisiert umstrittene Auktion über Elefantenjagd-Lizenzen

Elefant in Botsuana

In Botsuana hat erstmals seit der Wiederzulassung der Elefantenjagd wieder eine umstrittene Auktion über Lizenzen für Trophäenjagden stattgefunden. Die von dem Unternehmen Auction It organisierte Veranstaltung fand am Freitag in den Räumen des Umweltministeriums in der Hauptstadt Gaborone statt. Botsuanas neuer Staatschef Mokgweetsi Masisi hatte im Mai 2019 ein seit fünf Jahren bestehendes Jagdverbot abgeschafft. In dem Land im Süden Afrikas lebt die größte Elefantenpopulation der Welt.

Bei der Auktion seien sieben Lizenzen für Jagden in "kontrollierten" Gebieten versteigert worden, sagte Regierungssprecherin Alice Mmolawa der Nachrichtenagentur AFP. Jede Lizenz umfasst demnach die Jagd auf zehn Elefanten. Angaben zur Anzahl der versteigerten Jagdlizenzen, deren Preisen sowie Käufern wollte die Sprecherin nicht machen.

Gemäß der Versteigerungshinweise müssen die Jäger "nachweisliche Erfahrungen in der Elefantenjagd" vorweisen und dürfen zuvor nicht wegen Wilderei-Delikten verurteilt worden sein.

Staatschef Masisi wies in der Vergangenheit stets Vorwürfe zurück, wonach die Jagden die Elefantenbestände in Botsuana bedrohten. Nach einem mehrjährigen Verbot der Wildtierjagd hatte er im November angekündigt, künftig wieder Lizenzen für Trophäenjagden zu vergeben. Wenige Monate zuvor hatte er das seit fünf Jahren bestehende Jagdverbot abgeschafft. Zur Begründung erklärte er, dass es in Botsuana eine Überbevölkerung an Elefanten gebe.

Die Aufhebung des Jagdverbots stieß vor allem bei Naturschützern auf Entsetzen. Masisis Amtsvorgänger Ian Khama hatte 2014 ein Jagdverbot verhängt, um den Rückgang der Wildtierpopulation aufzuhalten. Khama sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zulassung der kommerziellen Jagd demotiviere "diejenigen, die gegen die Wilderei kämpfen".

Die Jagdsaison in Botsuana soll im April beginnen. In dem Land leben rund 135.000 Elefanten, was etwa einem Drittel aller afrikanischen Elefanten entspricht.