Brüssel will Blockade ukrainischer Getreideexporte überwinden

Die Europäische Kommission sucht nach Lösungen, um die Blockade ukrainischer Agrarexporte zu beenden.

Die Ukraine ist der größte Getreideproduzent in Europa und einer der wichtigsten Getreidelieferanten für den Nahen Osten und Afrika. Aber die russische Blockade des Schwarzen Meeres macht es derzeit fast unmöglich, all diese Waren zu exportieren.

Daher fordert die Kommission die Marktteilnehmer auf, dringend Lastwagen und Züge zu entsenden, um die Wartezeit an der Grenze zu verkürzen. Diese liegt derzeit bei durchschnittlich 16 Tagen, kann allerdings auch 30 Tage betragen. Die zuständige EU-Kommissarin ist sich der Schwierigkeiten dieser Aufgabe bewusst.

Wenn wir wüssten, dass die Ukraine in drei Monaten 20 Millionen Tonnen Getreide liefern könnte, könnte wir den Bedarf an Waggons oder Binnenlastkähnnen berechnen, sagte Verkehrskommissarin Adina Valean. Nötig würden dann Transportmittel im fünfstelligen Bereich. Eine enorme Herausforderung, weil wir Kapazität, Anzahl und Effizienz der Operationen erhöhen müssten.

Das Schwarze Meer und das Asowsche Meer werden derzeit von russischen Schiffen kontrolliert, wie das rote Gebiet zeigt. Das bedeutet, dass selbst wenn die Häfen von Odessa und Mikolayiv noch unter der Kontrolle ukrainischer Streitkräfte stehen, die Schiffe nicht auslaufen können. Erläuterungen des ukrainischen Botschafters bei der EU, Vsevolod Schentsow, gegenüber Euronews:

Es bestehe definitv ein Risiko für die Ernährungssicherheit. Eines der Hauptthemen während des Besuchs von EU-Ratspräsident Charles Michel in Odessa sei es gewesen, die russische Verantwortung für diese Situation deutlich zu machen. Es sei nicht die Ukraine, die keine Lebensmittel auf die Märkte bringen wolle. Deshalb suche man nach alternativen Wegen.

Keine leichte Aufgabe, denn die ukrainische Eisenbahn ist nicht mit den europäischen Systemen kompatibel. Doch der Verlust des Getreides kann für Preise und Versorgung katastrophal sein.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.