Brand in Kanada vor fünf Jahren: Langfristige Folgen für Feuerwehrkräfte

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Nicht nur an Ort und Stelle eines Brandes sind Feuerwehrkräfte Gefahren ausgesetzt, ihr Beruf bringt auch die Gefahr von langfristigen Lungenschäden mit sich.

Die Flammen nahe der kanadischen Gemeinde Fort McMurray am 7. Mai 2016. Sie sollten sich danach rapide ausbreiten und noch für Monate brennen. (Bild: Reuters / Mark Blinch)
Die Flammen nahe der kanadischen Gemeinde Fort McMurray am 7. Mai 2016. Sie sollten sich danach rapide ausbreiten und noch für Monate brennen. (Bild: Reuters / Mark Blinch)

Das eigene Leben für andere aufs Spiel setzen ist ein zentraler Aspekt von Rettungsberufen. Eine neue Studie aus Kanada zeigt nun: Es geht dabei nicht nur um direkte Gefahren im Einsatz, sondern auch die schleichenden Folgen für die Gesundheit können schwerwiegend sein.

Teuerste Umweltkatastrophe Kanadas

Forschende an der University of Alberta in der Provinzhauptstadt Edmonton haben dazu die Langzeitfolgen für Feuerwehrkräfte untersucht. Genauer: Die Lungen von vor allem Ersthelfenden, die im Jahr 2016 gegen einen gewaltigen Flächenbrand, der sich nahe der Gemeinde Fort McMurray entzündet hatte, kämpften.

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Weil sich die Flammen danach rapide ausbreiteten, mussten knapp 90.000 Menschen evakuiert werden. Insgesamt verbrannte von Anfang Mai bis Ende August insgesamt 1,5 Millionen Hektar Land, dabei wurden über 3.000 Gebäude zerstört und es entstand ein Schaden von geschätzten 5,5 Milliarden Euro. Das Feuer ist damit die wohl teuerste Umweltkatastrophe in der Geschichte Kanadas.

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First Responder tragen schwerste Schäden

Und sie hat für viele Menschen weitreichende Folgen. Denn bei ihren Untersuchungen stellten die Forschenden jetzt fest: Die Feuerwehrkräfte, die damals im Einsatz waren, trugen teils sichtbare Lungenschäden davon. Und sie erkrankten in den Jahren danach weitaus häufiger an Lungenerkrankungen wie Asthma. Verglichen haben die Forschenden die Gesundheitsdaten von insgesamt 1.234 Feuerwehrkräften mit Menschen aus der Bevölkerung, die in mehreren Faktoren wie Alter und Wohnort mit ihnen übereinstimmen.

Dabei kam heraus, dass die Feuerwehrkräfte in den drei Jahren nach dem Brand mehr als doppelt so häufig an Asthma erkrankten. Von allen untersuchten Feuerwehrkräften hatten außerdem 20 Prozent eine verminderte Lungenkapazität und verdickte Bronchien – Symptome für fortgeschrittene Atemwegserkrankungen. Am schwersten betroffen waren die Feuerwehrkräfte, die damals zuerst am Einsatzort eingetroffen waren.

Winzige Partikel im Rauch schädigen Lunge

In einer Stellungnahme, die die Veröffentlichung der Studie begleitet, wird die Autorin und Medizin-Professorin Nicola Cherry zitiert: "Diejenigen, die mit brennendem Material zu kämpfen hatten, waren einer Unmenge winziger Partikel im Rauch ausgesetzt. Wer am nächsten dran war, muss mit den schwersten langfristigen Folgen rechnen."

Mit ihrer Studie will das Team um Cherry die Gefahren für Feuerwehrkräfte im Einsatz besser verstehen – um die Arbeit zukünftig sicherer zu machen. Das könnte, erklärt Cherry, durch Atemschutzmasken erreicht werden oder kürzere Einsatzzeiten nahe eines Feuers, um für jede*n Einzelne*n die Exposition mit den gefährlichen Rauchpartikeln zu senken.

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