Brandanschlag auf Delmenhorster Rathaus aus Wut über Corona-Maßnahmen

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Blaulicht

Wohl aus Wut über Corona-Beschränkungen hat ein Mann im niedersächsischen Delmenhorst einen Brandanschlag auf das Rathaus verübt. Nach Polizeiangaben wurde der 30-Jährige bei der Tat am Dienstagabend von Zeugen gestoppt, nachdem er Molotowcocktails durch eine eingeschlagene Scheibe in das Gebäude warf. Das betroffene Zimmer wurde durch die Flammen beschädigt, das Rathaus insgesamt blieb aber intakt.

Laut Polizei erklärte der Verdächtige in einer ersten Vernehmung, er habe den Anschlag verübt, "um seiner Unzufriedenheit über die Corona-Regelungen Ausdruck zu verleihen". Demnach verstieß der Mann in der Vergangenheit schon mehrfach gegen die einschlägige Verordnung zur Pandemiebekämpfung. Bei der Stadtverwaltung seien daher "diverse Ordnungswidrigkeitenverfahren" gegen ihn anhängig.

Strafrechtlich trat der Mann nach Angaben der Ermittler bislang aber noch nicht in Erscheinung. Der Vorfall wird nun gemeinsam von Brand- und Staatsschutzspezialisten der Polizei bearbeitet. Diese prüften auch mögliche "weitere Motivlagen", hieß es. Von dem Brand betroffen war ein Zimmer der Touristeninformation, den Schaden bezifferte die Polizei auf schätzungsweise 50.000 Euro.

Zeugen hatten am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr am Rathaus das Klirren von Fensterscheiben gehört und waren dadurch auf den Beschuldigten aufmerksam geworden. Drei Männer im Alter von 18, 20 und 43 Jahren sprachen sich ab und näherten sich dem Täter gemeinsam. Dieser ließ sich widerstandslos festhalten, bis die Polizei eintraf. Einsatzkräfte nahmen den Verdächtigen fest. Am Mittwoch sollte über eine etwaige Untersuchungshaft entschieden werden.

bro/cha