Brandenburg: Bei den Bienen herrscht das große Sterben

In Brandenburg wächst die Sorge um die Bienen. Experten befürchten, dass bis zu 40 Prozent der Völker nicht überleben.

Potsdam/Groß Schauen.  Holger Ackermann war 40 Jahre alt, als er unerwartet inmitten eines längst vergessenen Geruchs aus Kindheitstagen stand. "Eine Bekannte aus dem Nachbardorf hat mich eines Tages in einen Schuppen mit dem Bienenstand ihres kranken Mannes geführt", erzählt er. "Sie fragte mich, ob ich die Völker übernehmen möchte." Plötzlich war er wieder da. Der Geruch nach Propolis, Kittharz, den die Tiere produzieren. Und mit ihm die Lust, selbst Bienen zu halten. Als Ackermann klein war, hat er gerne einem Hobbyimker auf dem heimatlichen Grundstück in Bolzig bei Königs Wusterhausen zugesehen.

Seit 2003 imkert der gelernte Bau- und Möbeltischler in Groß Schauen (Oder-Spree) nun selbst – mit großer Leidenschaft. 26 Völker hat er derzeit. Doch jedes Jahr die gleiche Sorge: Wie viele werden wohl den Winter überleben? Dieses Mal könnte er Glück haben. Anders sieht es bei den Bienenbeständen vieler Gleichgesinnter aus. Manche sprechen von einer katastrophalen Lage, wie Ackermann als Sprecher des Landesverbandes Brandenburgischer Imker berichtet.

Jüngst hat der Zusammenschluss von rund 2200 Imkern aus etwa 100 Vereinen gemeldet: "Bis zu 40 Prozent der Bienenvölker Brandenburgs dürften diesen Winter nicht überlebt haben." Ein so großes Sterben habe es seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. Normal sei ein Verlust von etwa zehn bis 15 Prozent der Völker. "Die Lage ist im Land höchst unterschiedlich", sagt Ackermann. "Das wechselt auch von Jahr zu Jahr."

Gegen Pestizide haben die Bienen keine Chance

Doch die...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen