Brandenburg: Die Sorgen wegen der Wölfe sind berechtigt

In der Region steigt die Zahl der Wölfe rasant an. Die Politik muss das Zusammenleben zwischen Wolf und Mensch regeln, fordert Jens Anker.

Je nach Blickrichtung ist die Wiederansiedlung der Wölfe in der Region eine Erfolgsgeschichte oder eine zunehmende Bedrohung. Während Tierschützer die Zunahme der heimischen Wolfsrudel bejubeln, formiert sich bei Landwirten und Schäfern Widerstand. Sie sehen sich und ihre Nutztiere den Wölfen zunehmend schutzlos ausgesetzt. Die ersten Wolfswachen, die in der Nacht zu Sonnabend in Brandenburg stattgefunden haben, sind ein Ausdruck dafür.

Die Sorgen sind berechtigt. Das Brandenburger Agrarministerium zählt aktuell 21 Wolfsrudel und zwei Paare im eigenen Bundesland, vor acht Jahren war es lediglich ein Rudel. Die von Wölfen verursachten Schäden durch das Reißen von Schafen oder anderen Weidetieren haben sich innerhalb eines Jahres fast vervierfacht. 40.000 Euro zahlte das Land im vergangenen Jahr an betroffene Landwirte und Schäfer, zwölf Monate davor waren es nur 11.000 Euro.

Erste Wölfe angeblich an Berliner Stadtgrenze gesichtet

Tierschützer zweifeln diese Zahlen nicht an, befürchten aber einen Rückfall in alte Zeiten, als der Wolf rücksichtslos geschossen wurde und ein halbes Jahrhundert lang in weiten Teilen Europas vollkommen ausgerottet war. Aber als der Beschluss zum Schutz der Wölfe 1990 gefasst wurde, gab es nur vereinzelte Tiere in Deutschland, die meist aus Polen auf ihren Streifzügen bis nach Brandenburg und Sachsen vorstießen.

Das hat sich gründlich geändert. Mittlerweile sind es allein in Brandenburg mehr als 200 Exemplare, die Tendenz ist steigend. Es sollen auch sch...

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