Brasilien: Ex-Präsident Lula - vorerst - frei

Der zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Nach 580 Tagen hinter Gittern verließ der 74-Jährige das Polizeipräsidium von Curitiba, wo er seit April 2018 eine Haftstrafe wegen Korruption verbüßt hatte.

Kurz zuvor hatte ein Richter in der Stadt im Süden des Landes seine vorläufige Freilassung angeordnet.

Luiz Inácio Lula da Silva, Ex-Präsident:

"Nachdem ich verhaftet worden war, nachdem Fernando Haddad um seine Wahl beklaut worden war, ist es in Brasilien nicht besser geworden, sondern schlechter. Die Menschen leiden an Hunger, Arbeitslosigkeit, die Menschen haben keine legalen Jobs mehr."

UNSCHULDSVERMUTUNG

Zuletzt hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass in erster und zweiter Instanz verurteilte Straftäter bis zur Ausschöpfung aller möglichen Rechtsmittel auf freiem Fuß bleiben dürfen. Weil die Unschuldsvermutung bis zur Ausschöpfung aller Rechtsmittel gelte, sei eine vorzeitige Inhaftierung unzulässig, urteilten die Richter.

Silvia Lenes Lula-Unterstützerin:

"Die Freilassung von Lula ist sehr wichtig für die brasilianische Demokratie. Wir fühlten uns wie zusammen mit ihm in dieser Zelle eingesperrt und jetzt ist unser Geist wieder frei."

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Der frühere Staatschef soll von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements im Küstenort Guarujá angenommen und der Firma im Gegenzug Auftrage des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras in Aussicht gestellt haben. Lula dementiert die

Anschuldigungen und spricht von einer politischen Verschwörung gegen ihn.

su mit dpa