Brasilien kann im Gammelfleischskandal wichtige Abnehmer umstimmen

Verbraucherschutzkontrolle in einem Kühlraum in Rio

Bei ihren intensiven diplomatischen Bemühungen zur Eindämmung des Gammelfleischskandals hat die brasilianische Regierung wichtige Teilerfolge erzielt. China, Ägypten und Chile, die zu den sechs wichtigsten Abnehmern von Rindfleisch aus Brasilien gehören, kündigten am Wochenende das Ende ihrer zu Wochenbeginn verhängten Einfuhrstopps an. Für die EU wurde am Freitagabend eine Import-Beschränkung bekanntgegeben, die sich gezielt auf die 21 unter Verdacht stehenden Produzenten bezieht.

Seit dem Beginn des Gammelfleischskandals am 17. März kassierte die brasilianische Fleischindustrie schwere Rückschläge. Dazu zählten die vollständigen Importverbote Chinas, Ägyptens und Chiles. Mit Fleischexporten erlöst Brasilien einen Jahresumsatz von mehr als zwölf Milliarden Euro. Die Aufhebung der allgemeinen Importstopps in China, Ägypten und Chile gilt nicht für die 21 unter Verdacht stehenden Produzenten.

Die brasilianische Regierung forderte die Welthandelsorganisation auf, die 163 Mitgliedstaaten von "willkürlichen" Einfuhrbeschränkungen abzuhalten. Sie startete eine Kampagne zur Wiederherstellung des Rufs der Fleischbranche. Sie wies darauf hin, dass von den 4000 in der Fleischverarbeitung tätigen Unternehmen nur 21 von dem Skandal betroffen seien. Unter den 11.000 Beschäftigten des Landwirtschaftsministeriums beziehe sich der Manipulationsvorwurf lediglich auf 33. Während im vergangenen Jahr 853.000 Fleisch-Lieferungen exportiert worden seien, seien nur 184 Lieferungen in Manipulationsverdacht geraten.

Brasilien ist der weltgrößte Exporteur von Rindfleisch. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. Die brasilianische Verbraucherschutzbehörde veranlasste darauf eine Rückrufaktion. Inzwischen wurden mehr als 30 Verdächtige festgenommen und drei Unternehmen geschlossen. Das Großunternehmen JBS kündigte am Donnerstag an, die Arbeit in 33 von 36 fleischverarbeitenden Betrieben vorerst ruhen zu lassen. In zwei anderen Unternehmen gab es bereits 280 Entlassungen.

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