Brasilien mit 34.000 Toten nun Land mit weltweit dritthöchster Corona-Opferzahl

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Friedhof in Manaus
Friedhof in Manaus

Brasilien bekommt die Corona-Pandemie weiter nicht in den Griff: Nach einem neuen Tagesrekord an Corona-Toten am Donnerstag ist es mittlerweile das Land mit der weltweit dritthöchsten Opferzahl. Mehr als 34.000 Menschen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Südamerikas bevölkerungsreichstem Land an dem neuartigen Erreger. In Peru hat die Opferzahl inzwischen die Marke von 5000 überschritten. Mexiko meldete den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei den Neuinfektionen.

In den vergangenen 24 Stunden seien in Brasilien 1473 weitere Corona-Patienten gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit gebe es mittlerweile 34.021 Todesopfer durch die Pandemie. Brasilien setzte sich damit bei der Corona-Opferbilanz vor Italien mit seinen rund 33.600 Todesopfern. Nur die USA und Großbritannien haben noch mehr Opfer zu beklagen. In den Vereinigten Staaten gab es bis Donnerstag rund 108.000 registrierte Todesfälle, in Großbritannien etwa 39.900.

Bis Donnerstag wurden in Brasilien rund 615.000 Ansteckungsfälle gezählt. Experten vermuten, dass die Zahl der Infektionen allerdings deutlich höher ist, da es in dem Land relativ wenige Testkapazitäten gibt.

Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro hatte die von dem Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als "kleine Grippe" bezeichnet. Die von brasilianischen Bundesstaaten verhängten Corona-Beschränkungen lehnt er ab, da sie die Wirtschaftsleistung drosseln. Bei Kontakten mit seinen Anhängern hat Bolsonaro selbst wiederholt die Abstandsregeln missachtet.

Während sich die Lage in Europa zunehmend entspannt und die Corona-Beschränkungen immer weiter gelockert werden, breitet sich das neuartige Virus auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Peru, Ecuador und Chile weiter aus. Mexiko meldete am Donnerstag den zweiten Tag in Folge einen Rekord an Neuansteckungen. 4442 Menschen infizierten sich demnach innerhalb eines Tages.

In Peru überstieg die Opferzahl die Marke von 5000, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Mehr als 183.000 Covid-19-Fälle wurden mittlerweile in dem Andenland nachgewiesen. In Lateinamerika gibt es nur in Brasilien und Mexiko mehr Corona-Todesopfer.

Mit mehr als 9000 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern des Landes steht das peruanische Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps. Die Regierung in Lima sah sich wegen der Knappheit von Sauerstoffflaschen gezwungen, Sauerstoff zu einer "strategischen Gesundheitsressource" zu erklären. Zahlreiche Menschen standen Schlange, um für erkrankte Angehörige Sauerstoffflaschen zu kaufen. Peru befindet sich bereits seit mehr als 80 Tagen im Lockdown, nachts gilt eine generelle Ausgangssperre.

In Argentinien verlängerte Staatschef Alberto Fernández am Donnerstag die Ausgangssperre für die Hauptstadt Buenos Aires und andere Großstädte. In anderen, weniger von der Pandemie betroffenen Gegenden müssen lediglich die Abstandsregeln eingehalten werden. Nach Behördenangaben wurden in Argentinien seit Anfang März mehr als 20.000 Corona-Infektionen nachgewiesen, 608 Infizierte starben. 85 Prozent der Fälle betreffen den Ballungsraum Buenos Aires mit seinen 14 Millionen Einwohnern.

Seit dem ersten Auftreten des neuartigen Coronavirus beim Menschen Ende vergangenen Jahres in China wurden weltweit bereits 6,6 Millionen Infektionen nachgewiesen. Mehr als 390.000 Infizierte starben.