Brasiliens Gesundheitsbehörde weist Drohungen Bolsonaros zu Kinder-Impfungen zurück

·Lesedauer: 1 Min.
Jair Bolsonaro (AFP/EVARISTO SA)

Brasiliens Gesundheitsbehörde hat Forderungen von Präsident Jair Bolsonaro nach der Veröffentlichung der Namen jener Mitarbeiter, die einen Corona-Impfstoff für Kinder zugelassen hatten, scharf kritisiert. Die Behörde für Gesundheitsüberwachung Anvisa erklärte am Freitag, der Staatschef heize damit die Welle an Hass an, die ihren Mitarbeitern entgegenschlage. Mitarbeiter von Anvisa bezeichneten Bolsonaros Forderung als "faschistisch".

"Diese Behörde ist zu einem Schwerpunkt und Ziel von gewalttätigem politischem Aktivismus geworden", erklärte Anvisa. Seit Oktober hätten zahlreiche Mitarbeiter aufgrund ihrer Entscheidung über die Zulassung von Corona-Impfstoffen Morddrohungen von Impfgegnern erhalten.

Anvisa weise jegliche "ausdrückliche oder verborgene Drohung" zurück, erklärte die Behörde weiter. Ihr Ziel sei es, die Gesundheit der Bürger zu schützen.

Anvisa hatte am Donnerstag den Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. Bolsonaro ging in seiner wöchentlichen Live-Ansprache bei Facebook darauf ein und sagte, er verlange die Namen der Mitarbeiter, die diese Entscheidung getroffen hätten.

"Wir wollen die Namen dieser Leute veröffentlichen", sagte der Präsident zu seinen Anhängern. "Sie haben ein Recht darauf, die Namen der Menschen zu erfahren, die den Impfstoff für Ihre Kinder genehmigt haben."

Bolsonaro hat sich bisher nicht impfen lassen und mit umstrittenen Äußerungen zu Impfstoffen bereits zuvor für Aufsehen gesorgt. Auch hat er die Gefahren durch das Coronavirus wiederholt kleinzureden versucht und Corona-Auflagen der brasilianischen Regional- und Kommunalbehörden wegen ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen kritisiert.

gap/noe

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.