Brasiliens Parlament macht den Weg für Corona-Finanzhilfen frei

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Corona-Patienten in Brasilien

Das brasilianische Parlament hat eine Verfassungsänderung beschlossen, um weitere Finanzhilfen für arme Familien in der Corona-Krise zu ermöglichen. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag (Ortszeit) mit großer Mehrheit für die Änderung, die eine einmalige Ausgabe von umgerechnet rund 6,6 Milliarden Euro genehmigt. Sie muss noch von Präsident Jair Bolsonaro unterzeichnet werden.

Rund 68 Millionen Brasilianer, mehr als ein Drittel der Bevölkerung, hatten von April bis Dezember vergangenen Jahres staatliche Hilfen erhalten. Die Zahlungen waren am Ende des Jahres gestoppt worden, weil sie für den Staat zu kostspielig wurden.

Nun können bedürftige Familie erneut auf Unterstützung hoffen. Die Höhe der Zulagen und die Anzahl der Begünstigten wurden in der Verfassungsänderung zwar nicht festgelegt, die Regierung hat jedoch angekündigt, dass sie drei Monate lang rund 250 Reais pro Monat (umgerechnet rund 40 Euro) an 32 Millionen Brasilianer zahlen will.

Derweil verschärfte São Paulo, der bevölkerungsreichste Bundesstaat des Landes, seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ab Montag gilt dort eine nächtliche Ausgangssperre von 20.00 bis 05.00 Uhr. Auch die Fußball-Regionalmeisterschaft wurde unterbrochen. São Paulo hat seit Pandemiebeginn fast 63.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert - mehr als jeder andere brasilianische Bundesstaat.

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