Brautmodengeschäft begeistert mit Schaufensterpuppe im Rollstuhl

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Ein britisches Geschäft für Brautkleider wird im Netz gefeiert. (Symbolbild: Getty Images)

Ein britisches Brautmodengeschäft präsentiert in seinem Schaufenster eine Puppe im Rollstuhl, die ein elegantes Kleid trägt. Für diesen inklusiven Schachzug wird der Shop aus Bristol nun im Netz gefeiert.

Schaufensterpuppen sehen in der Regel ziemlich gleich aus: Schlank, groß und aufrecht stehend sollen sie Passanten Kleidungsstücke schmackhaft machen. Dass die stereotypen Schönheitsideale der Puppen mit der Realität meist wenig zu tun haben, liegt auf der Hand. Ein Brautmodengeschäft in Bristol bricht nun mit der fragwürdigen Tradition – und präsentiert ein Brautkleid an einer Schaufensterpuppe, die im Rollstuhl sitzt.

Virales Foto wird gefeiert

Beth Wilson, eine Künstlerin mit Behinderung, hat ein Foto des Schaufensters über Twitter geteilt. Seitdem geht das Bild viral. Inzwischen ist der Laden namens “The White Collect” auch über die Grenzen der britischen Stadt hinaus bekannt.


“Der neue Hochzeitsladen in der Stadt hat eine Schaufensterpuppe, die einen Rollstuhl benutzt, und es sollte gar nicht so aufregend sein, aber es ist das erste Mal, dass ich sehe, wie Behinderung in einem Schaufenster thematisiert wird.”

Wilson freut sich zwar darüber, dass ein Rollstuhl im Schaufenster zu sehen ist. Trotzdem verweist sie darauf, dass sie so etwas zuvor noch nie gesehen habe. Dabei sollte die Sichtbarkeit von Behinderungen nicht zur Ausnahme zählen. “Das ist das erste Mal, dass ich einen Rollstuhl in so einem Laden sehe”, sagte sie gegenüber der “Cosmopolitan”.

Gefühl von Unsichtbarkeit

Sie habe sich durch diese Überraschung endlich repräsentiert gefühlt. “Behinderte Menschen fühlen sich oft unsichtbar, weil wir uns selten in den Medien sehen, und vor allem nicht als Models von schöner Kleidung. Die Reaktionen auf Twitter haben gezeigt, dass es auch anderen Menschen sehr viel bedeutet.”

Die 36-Jährige hebt zudem positiv hervor, dass der Rollstuhl im Schaufenster zusätzlich mit Pflanzen verziert wurde. “Mobilitätshilfen werden oft als negative Dinge dargestellt, die Menschen verstecken wollen. Dabei geben uns Gehhilfen wie Rollstühle Freiheit. Es ist großartig, dass sie den Rollstuhl dekoriert haben, anstatt ihn zu verstecken.”


“Das ist fabelhaft! Wenn doch nur mehr Brautmodengeschäfte dieses Level an Inklusion vorweisen könnten.”


“Das ist großartig und sollte häufiger vorkommen. Darf ich außerdem sagen, dass das Kleid wundervoll ist und ich es liebe, wie sie das Ganze dekoriert haben?”


“Wir freuen uns, dass unser Schaufenster so positives Feedback bekommt.”