“Brexit”: EU-Äpfel und Apples für Briten teurer

Obst und Gemüse, Blumen und Olivenöl – alles wird für die Briten nach einem “Brexit” teurer – egal, welche Handelsabkommen zustandekommen. Das haben Finanzanalysten in London wie Harry Smit, Analyst bei der Rabobank, nach Medienberichten (“Guardian”) ausgerechnet.

Demnach dürften Import-Lebensmittel aus der EU bis zum Ende des Übergangsfrist um bis zu 8 Prozent steigen, auch wegen zusätzlicher britischer Grenzkontrollen.

Zwar versprach der britische Finanzminister Philip Hammond:

„Wir konzentrieren uns mit Entschlossenheit, für die künftigen Beziehungen mit der Europäischen Union die bestmöglichen Regelungen für Großbritannien herauszuholen, als Teil unseres Entwicklungsplans für ein global ausgerichtetes Großbritannien – was unsere internationalen Handels und Geschäftspartnerschaften angeht, aber auch unsere ehrgeizigen Pläne für eine reformierte Wirtschaft und Gesellschaft zu Hause.”

....aber die britschen Bauern bekommen die jährlich vier Milliarden Euro Subventionen aus Brüssel nur bis 2020 sicher ersetzt.

“BREXIT”-ZUSCHLAG BEIM iPAD

Und das Pfund dürfte in den kommenden Monaten nochmal um 5 Prozent abwerten – schon jetzt verlangt zum Beispiel Apple für das neue iPad 9,7 in Pfund gut ein Viertel (28%) mehr als in Dollar. (339 Pfund, in den USA 329 Dollar).

TOBLERONE IN DER MOGELPACKUNG

Und der US-Süßwarenkonzern Mondelez International hat bei britischen “Toblerone”-Barren zwischen den einzelnen Schoko-Dreiecken die Lücken spürbar vergrößert. Dazu das Unternehmen: Es sei nicht in erster Linie um das Pfund gegangen, gestiegene Rohstoff-Kosten seien schuld. Man habe abwägen müssen zwischen Preiserhöhung und Design-Änderung – macht statt 400 Gramm nur noch 360 Gramm in der gleichen Packung.

The Toblerone drama is real.

Brexit has ruined my life  pic.twitter.com/UZfGQM7m8I— Bettina (@bootstrapbetti) 19. Januar 2017

MK III OneMinuteBriefs with #courgettecrisis #brexit #brexitshambles #Toblerone pic.twitter.com/INcKPv1y22— Andrew Lench (lenchland) 19. Januar 2017

Im vergangenen Jahr importierte Großbritannien Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte für 55 Milliarden Euro, fast drei Viertel (71%) aus EU-Staaten.

Großbritanniens Konsumenten hatten nach dem “Brexit”-Votum ersten Unkenrufen widerstanden. Aber inzwischen zeigen sie Nerven: Trotz eines Zwischenhochs im Februar schrumpfte der Einzelhandelsumsatz (“Reuters”) in den vergangenen drei Monaten so schnell wie seit sieben Jahren nicht.

su mit dpa, Reuters

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen