Brite "radelt" weihnachtliche Kunst in die Straßen Londons

Ein Radler in den vielbefahrenen Straßen von London. Wer da freiwillig knapp 130 Kilometer fährt, wie Anthony Hoyte, der muss einen guten Grund haben. Foto: Symbolbild / gettyimages / LeoPatrizi

Dafür benötigt Anthony Hoyte nur sein Fahrrad, eine Fitness-App und eine präzise geplante Route durch die Straßen Londons. Am Ende seiner aktuellen neun-Stunden-Tour hat der sogenannte Strava-Artist auf diese Weise ein Rentier „gemalt“.

Der Brite Anthony Hoyte fährt Fahrrad und schafft dabei Kunstwerke. Wie er das macht? Er schaltet das GPS in seinem Handy ein und fährt durch die Gegend, Kilometer um Kilometer, stundenlang. Er radelt dabei eine präzise festgelegte Route, die aber auf den ersten Blick vollkommen willkürlich wirkt. Erst aus der Vogelperspektive wird aus dem Zick-Zack dann Kunst. Hoyte, der laut „itv.com“ aus Cheltenham stammt, zeichnet Figuren anhand seiner GPS-Daten und mit der Hilfe einer Fitness-App. Am Montag hat er auf seinem Twitter-Kanal sein neuestes Werk präsentiert: ein Rentier. Zuerst darüber berichtet hat hierzulande „stern.de”.

Weihnachtszeit heißt Fahrradzeit

Dazu ist er laut seines „Strava“-Profils, das ist die öffentlich einsehbare Seite seiner Fitness-App, 79,4 Meilen gefahren – das entspricht rund 128 Kilometer. Durch die Straßen Londons. Im Regen. Leidenschaft kann man ihm auf jeden Fall nicht absprechen. Gedauert hat die Tour zudem neun Stunden, verbraucht hat Hoyte dabei rund 2.000 Kalorien.

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Seine Routen plant er stets in den engen und verwinkelten Straßen Londons, vermutlich, weil er da kleinteiliger „malen“ kann. Was bei seinen detailreichen Kunstwerken auch notwendig ist. Zu seinem Twitter-Beitrag schrieb Hoyte noch: „Es ist mal wieder die Zeit im Jahr, in der ich durch den Regen und über vielbefahrene Straßen radle, um in weihnachtliche Stimmung zu kommen!“   

Manchmal verliert er das GPS-Signal

Damit meint der 51-Jährige, dass seine Weihnachts-Strava-Kunstwerke schon gewissermaßen Tradition sind. Denn auch in den vergangenen beiden Jahren hat er mit seinem Fahrrad Weihnachts-Motive geschaffen. 2017 war es ein Weihnachtsmann, im Vorjahr ein Schneemann.

Über sein jüngstes Werk, das Rentier, sagte er im Interview mit „itv.com“, dass er damit ziemlich zufrieden sei. „Bis man aber wieder zuhause ist und seine Daten hochgeladen hat, weiß man nie, ob alles funktioniert hat.“ Hier und da habe er auf seiner Route das GPS-Signal verloren, die App zöge dann ungewollt gerade Linien, das sei aber nicht so schlimm. „Ich habe ein paar Fehler gemacht, aber die sind so klein, dass sie niemand auffallen. Ich bin glücklich mit dem Ergebnis.“

Der Schneemann war Hoytes erstes Weihnachtsmotiv. Die Entwicklung in den vergangenen drei Jahren ist dabei nicht zu übersehen, seine ersten Motive waren noch recht simpel gehalten.

Die Suche nach Inspiration

Eingebung für seine Motive findet Hoyte, indem er Landkarten anstarrt. Bis ihn etwas anspringt. Er sagt dann zu sich: „Das da sieht ein wenig wie eine Nase aus. Dann denke ich mir: ‚Wo finde ich in der Nähe Ohren?‘“, erzählte er „itv.com“. Über seine festlichen Werke sagte er dann noch: „Da ist es etwas kniffliger, weil ich weihnachtliche Motive suche. Aber der Prozess bleibt im Prinzip der gleiche.“

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Hoyte ist übrigens nicht der einzige Strava-Künstler. Es gibt sogar eine kleine Bewegung, die sich auf Instagram unter dem Hashtag #stravaart findet. Von genialen Motiven, wie dem sozialistischen Bruderkuss, über einen verwackelten Taco bis zu einem krakeligen Herz findet sich viel Unterhaltsames.