Britische Behörde will tausende rote Telefonzellen vor dem Verschrotten bewahren

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Von den berühmten Münztelefonen sind heute nur noch 21.000 in Betrieb. (AFP/Adrian DENNIS)

Lange Zeit waren sie in Großbritannien ebenso allgegenwärtig wie die roten Doppeldeckerbusse in London, mit der Verbreitung der Handys galten aber auch ihre Tage als gezählt: Doch nun sollen tausende der berühmten knallroten Telefonzellen weiter in Betrieb bleiben. Die zuständige Regulierungsbehörde Ofcom veröffentlichte am Dienstag neue Richtlinien, die für den Erhalt von rund 5000 Münztelefonen im Vereinigten Königreich sorgen sollen.

Die Telefonzellen sollen an allen Orten weiter ihren Dienst tun, die von den vier Handynetzen nicht abgedeckt sind, wenn von ihnen aus in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 52 Anrufe getätigt wurden oder außergewöhnliche Umstände ihre Beibehaltung rechtfertigen. Bleiben sollen sie auch an Orten, an denen es häufig zu Unfällen kommt - oder zu Suizidversuchen.

"Einige der Telefonzellen werden zwar nur für wenige Anrufe genutzt", doch könnten sie Leben retten, erklärte Ofcom-Vertreterin Selina Chadha. Als Beispiel nannte sie "ein Kind in Not, ein Unfallopfer oder jemand, der über Suizid nachdenkt". Gleichzeitig kündigte sie neue Telefonzellen mit kostenlosem WLAN und Ladestationen an.

96 Prozent der Briten besitzen ein Handy, und der Telefonzellenbetreiber BT prüft derzeit, welche der heute noch rund 21.000 roten Münztelefone im Land überhaupt noch benötigt werden.

Einige der vor dem Aus stehenden Kabinen könnten jedoch eine neue Karriere starten: Schon in den vergangenen Jahren wurden über 6000 Telefonzellen als öffentliche Bücherschränke genutzt, als Geldautomaten oder zur Aufbewahrung von Defibrillatoren.

ans/mid

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