Britische Geheimdokumente an Bushaltestelle gefunden

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Manche dürften das aus eigener Erfahrung kennen: Plötzlich ist die Mappe mit wichtigen Unterlagen verschwunden. Doch wenn man im Verteidigungsministerium arbeitet, sollte das erst recht nicht passieren.

Die britische HMS Defender bei der Ankunft in Odessa. Informationen zur Defender waren Teil der sensiblen Dokumente, die verloren gegangen waren. (Bild: REUTERS/Sergey Smolentsev)
Die britische HMS Defender bei der Ankunft in Odessa. Informationen zur Defender waren Teil der sensiblen Dokumente, die verloren gegangen waren. (Bild: REUTERS/Sergey Smolentsev)

Das britische Verteidigungsministerium hatte in diesem Fall Glück. Denn ein aufmerksamer Zivilist fand die sensiblen Unterlagen und verkaufte sie nicht etwa wie in einem Spionagefilm meistbietend an die Konkurrenz, sondern lieferte sie ab. Dank des ehrlichen Finders konnte so eine ganz große geheimdienstliche Panne verhindert werden. Trotzdem dürfte jemand für den Fauxpas seinen Job verlieren. Die Regierung kündigte an, dass eine Untersuchung bereits in die Wege geleitet wurde.

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Die Mappe mit den Geheimdiensterkenntnissen wurde an einer Bushaltestelle in der Grafschaft Kent im Südosten Englands gefunden. Darin befanden sich laut Angaben des Verteidigungsministeriums einige empfindliche Unterlagen. So soll darin ein Dokument enthalten gewesen sein, in dem es um das britische Marineschiff HMS Defender geht. Der Zerstörer war in ukrainischen Gewässern vor der Küste der Krim gekreuzt. In den Unterlagen ging es um mögliche russische Reaktionen auf die britische Militärpräsenz in dem umkämpften Gebiet. In anderen Unterlagen ging es um die Option, auch nach dem Abzug der NATO-Truppen weiterhin britische Soldaten in Afghanistan zu stationieren.

Ehrlicher Finder liefert Dokumente bei der BBC ab

Der zuständige Mitarbeiter habe den Verlust der fast 50-seitigen Unterlagen damals pflichtgemäß gemeldet, sagte das Verteidigungsministerium gegenüber der BBC. Sie wurden schließlich völlig durchnässt an der Bushaltestelle in Kent von einem Passanten gefunden. Der Finder, der anonym bleiben wollte, übergab die Dokumente an die BBC. Die Unterlagen waren als Power-Point-Präsentation angelegt, wohl um über die jeweiligen Themen gegenüber Regierungsmitgliedern Bericht zu erstatten. Vor allem bei Zusammentreffen mit russischem Militär erwarten die Briten offensichtlich zunehmende Spannung. Eine Begegnung im Mittelmeer zwischen britischen Flugzeugträgern und einer russischen Flotte war kürzlich unaufgeregt verlaufen. Doch wie die BBC aus der Auswertung der Papiere entnahm, erwartet die Royal Navy wohl künftig kritischere Zusammenstöße mit den Russen.

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