Britischer Geheimdienst: Russische Bodentruppen um ein Drittel dezimiert

Nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten haben die russischen Streitkräfte in der Ukraine ein Drittel ihrer im Februar eingesetzten Bodenkampftruppen verloren. Verschärft werde das durch den Verlust von entscheidendem Material zum Brückenbau und zur Aufklärung.

«Die russischen Streitkräfte sind zunehmend eingeschränkt durch zerstörte Versorgungskapazitäten, anhaltend niedrige Kampfmoral und reduzierte Kampfkraft», hieß es am Sonntag im täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des britischen Verteidigungsministeriums.

Russlands Offensive in der ukrainischen Donbass-Region hat laut britischem Militärgeheimdienst „an Dynamik verloren, ist deutlich hinter dem Zeitplan zurückgeblieben“ („Guardian“) und wird „den Vormarsch in den nächsten 30 Tagen wahrscheinlich nicht dramatisch beschleunigen“.

Die Ukraine kann nach den Worten von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Krieg gegen Russland gewinnen. Russland erreiche seine strategischen Ziele nicht. Die Großoffensive im Donbass sei steckengeblieben.

Laut dem staatlichen russischen Sender RTR hat die russische Armee die ukrainischen Streitkräfte umzingelt und zurückgedrängt, einige lokale Kämpfe gingen jedoch weiter.

Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine kündigte den Beginn einer Untersuchung über den Einsatz verbotener Brandgeschoße durch Russen in Mariupol an. Der Untersuchung zufolge griff das russische Militär am 14. Mai Asowstal mit Brandgranaten mit Thermitkugeln an, die nach dem humanitären Völkerrecht verboten sind.

ASOWSTAL

Das Gelände des Stahlwerks von Asowstal, wo sich die letzten ukrainischen Kämpfer verschanzt haben, soll nach Vorwürfen der Ukraine mit Phosphorbomben angegriffen worden sein.

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Ehefrauen und Mütter von Mariupol-Kämpfern fürchten um ihre Angehörigen. Mehrere Ehefrauen der letzten dort verschanzten Kämpfer schilderten in einem Interview katastrophale Zustände in Asowstal. Pro Person gebe es nur noch ein Glas Wasser am Tag, sagte eine der Frauen. Sie und die anderen forderten einmal mehr eine Evakuierung aller verschanzten Kämpfer - zuerst der Schwerverletzten unter ihnen. Deren Situation sei «schrecklich»: Manchen fehlten Arme oder Beine, es gebe kaum noch Medikamente oder Betäubungsmittel.

Natalia Zarytska zeigte am Telefon ein Bild ihres Mannes (Kiew - 14. Mai 2022):

"Er hat (mir) gesagt, dass der Ring um Asowstal immer dünner wird und das Ende nahe ist."

"Glauben Sie, dass Sie ihn wiedersehen?"

"Ja, das hoffe ich. Mein Kopf weiß, dass es kaum eine Chance gibt, aber mein Herz fühlt, dass wir sie retten können."

OSTFRONT

Ukrainische Panzer und schwere Artillerie bewegen sich, um die Ostfront des Landes zu verstärken, gleichzeitig wird über eine russische Offensive gegen die Städte Lyssytschansk und Severodonetsk berichtet.

Und das ukrainische Militär sprengt Brücken, um den Vormarsch russischer Truppen im Donbass zu stoppen. Ein Video von der Zerstörung der Brücken stammt von Anton Gerashchenko aus dem Umfeld des Innenministeriums der Ukraine.

Laut dem Gouverneur der Region Luhansk, Sergej Gaidai, sind 10 % des Territoriums des Gebiets Luhansk unter ukrainischer Kontrolle.

Gaidai sprach über den Beschuss eines Krankenhauses in Sewerodonezk. Mindestens neun Zivilisten wurden demnach verletzt. Das Krankenhaus arbeite trotz des Beschusses weiter.

Russland gab bekannt, es habe ukrainische Stellungen im Osten mit Raketen angegriffen, die auf Kommandozentralen und Arsenale zielten. Das konnte nicht unabhängig überprüft werden konnte.

WESTFRONT

Das russische Verteidigungsministerium hat am Samstag ein Video veröffentlicht, mit der Angabe, es zeige „Flugeinsätze der Armee“ im Westlichen Militärbezirk, die Militärkonvois eskortierten, im Verlauf der speziellen Militäroperation“ in der Ukraine.

Eine militärische Einrichtung in der ukrainischen Region Lwiw/Lemberg wurde durch einen russischen Raketenangriff "vollständig zerstört", so Regionalgouverneur Maksym Kozytskyy auf Telegram. Ukrainische Luftverteidigungssysteme hätten zwei Raketen abgeschossen.

su mit dpa, AP, AFP

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