Was ist Palmöl und warum ist es so schädlich?

Fußballfeldgroße Areale Regenwälder werden gerodet, um Platz für Ölpalmen zu schaffen. (Bild: Getty Images)

Die britische Supermarktkette Iceland ist ein Pionier: Als erstes Unternehmen nimmt sie sämtliche Eigenmarkenprodukte, die Palmöl enthalten, aus dem Sortiment. Denn seinen schlechten Ruf hat das Palmöl nicht ohne Grund: Es schadet der Umwelt, dem Artenschutz und auch unserer eigenen Gesundheit.

Schokolade, abgepacktes Brot, Zahnpasta – in einer ganzen Reihe von Lebensmitteln steckt Palmöl. Doch mit deren Vertrieb will Iceland nun Schluss machen. Die britische Supermarktkette verbannt alle Palmölprodukte ihrer Eigenmarken aus den Läden – 130 an der Zahl. So soll der Palmölverbrauch des Unternehmens von mehr als 500 Tonnen auf null gesenkt werden, um damit der Zerstörung des Regenwaldes entgegenzuwirken.

Enorme Bedrohung für Tier und Mensch

Der Grund: Palmöl ist ökologisch höchst umstritten. Zwar schafft es Arbeitsplätze für Bauern, unter anderem in Indonesien, Malaysia und im Kongobecken, die dort das Öl aus den Kernen der Ölpalmen-Frucht gewinnen. Jedoch werden für den Anbau fußballfeldgroße Areale in den Regenwäldern gerodet. Dabei gehen die Lebensräume vieler Tiere, darunter gefährdete Arten wie Orang-Utans und Tiger, verloren. Einer aktuellen Studie zufolge hat sich etwa die Zahl der Borneo-Orang-Utans zwischen 1999 und 2015 halbiert.

Ölpalmen gehören zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten. Aus den Kernen der Früchte wird das begehrte Palmöl gewonnen. (Bild: Getty Images)

Auch Menschen verlieren durch den Anbau von Ölpalmen ihr Zuhause: Viele Ureinwohner werden aus den Waldgebieten vertrieben, um diese wirtschaftlich nutzen zu können. Wie die australische Umweltschutzorganisation „Rainforest Rescue“ berichtet, sind allein in Indonesien 700 Streitigkeiten um Land mit der Palmöl-Industrie verbunden.

Die Rodungen wirken sich außerdem auf den Klimawandel aus: Durch die Trockenlegung von Torfböden werden riesige Mengen des Treibhausgases CO2 ausgestoßen. Laut „Rainforest Rescue“ hat Indonesien als Haupt-Palmölproduzent 2015 die Vereinigten Staaten beim Ausstoß von Treibhausgasen überholt. Bio-Kraftstoffe auf Palmölbasis haben der Organisation zufolge derweil eine dreimal so hohe Klimawirkung wie traditionelle fossile Brennstoffe.

Ein Risiko für die Gesundheit

Obwohl Palmöl in vielen Produkten enthalten ist, wird angenommen, dass das billige Fett auch für die Konsumenten schädigend sein kann: Experten glauben, dass die nach starker Erhitzung entstehenden Fettsäurereste krebserregend wirken. Durch den hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren kann Palmöl außerdem zu einer Verschlechterung der Blutfette führen und somit das Risiko für Gefäßverkalkung und Diabetes erhöhen.

Ob das Palmöl aus nachhaltigen Quellen stammt, ist für Einzelhändler schwierig nachzuweisen. Aus diesem Grund nimmt Iceland diese Produkte nun vollständig aus dem Programm: „Solange Iceland nicht garantieren kann, dass das Palmöl keine Zerstörung des Regenwalds verursacht, sagen wir einfach Nein dazu“, sagte Iceland-Geschäftsführer Richard Walker der britischen Tageszeitung „The Guardian“.

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