Britischer Verband widerspricht Regierungsaussagen zur Entspannung der Benzin-Krise

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Schlange an einer Tankstelle in England (AFP/Adrian DENNIS)

Der britische Tankstellen-Verband PRA sieht anders als die Regierung keine Entspannung in der Benzin-Krise. Wie die Petrol Retailers Association (PRA) am Donnerstag mitteilte, haben 27 Prozent der Tankstellen nach wie vor keinen Kraftstoff im Angebot. Das sei die gleiche Zahl wie am Vortag, sagte Verbandsleiter Gordon Balmer. An den Tankstellen, vor allem in London und Südengland, bildeten sich weiterhin lange Schlangen. Premierminister Boris Johnson sprach hingegen von einer Entspannung der Lage.

Der Chefsekretär des Finanzministeriums, Simon Clarke, erklärte am Donnerstag gegenüber Sky News, dass "mehr Treibstoff an die Tankstellen geliefert als verkauft wird, so dass die Krise jetzt absolut wieder unter Kontrolle ist".

Verbandschef Balmer berichtete hingegen weiterhin von Engpässen: Seine Mitglieder erklärten ihm zwar, dass sie Treibstofflieferungen bekämen, diese aber aufgrund der beispiellosen Nachfrage schneller als üblich zur Neige gingen. "Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die Kraftstoffvorräte in den Raffinerien und Terminals normal sind, aber die Lieferungen nur wegen des Mangels an Lkw-Fahrern reduziert wurden", sagte Balmer weiter.

In den kommenden Tagen sollen Soldaten eingesetzt werden, um die Benzin-Krise zu entschärfen. Die Regierung hatte am Montagabend den Einsatz des Militärs angeordnet. Seit vergangener Woche bildeten sich vor britischen Tankstellen lange Schlangen. Grund für das Chaos sind Lieferschwierigkeiten - dem Land fehlen infolge des Brexit und der Corona-Pandemie zehntausende Lkw-Fahrer. Die Regierung dagegen machte vor allem Hamsterkäufe verantwortlich.

mkü/noe

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