Brexit-Abstimmung: Abfuhr für Corbyn, Rückenwind für May

Jeremy Corbyn (Bild: Reuters/Peter Nicholls)

Das britische Parlament hat die Brexit-Pläne von Oppositionschef Jeremy Corbyn abgelehnt. Damit steht der Labour-Vorsitzende unter Druck, sich für eine zweite Volksabstimmung stark zu machen.

Die Abgeordneten des Unterhauses votierten am Mittwochabend mehrheitlich gegen seinen Vorschlag für eine engere Anbindung an die EU. Der Labour-Chef wollte mit dem Antrag seine fünf Punkte für einen weicheren Brexit zur offiziellen Regierungspolitik machen. Dazu gehören unter anderem eine Zollunion mit der Europäischen Union und eine Anpassung an Regeln des EU-Binnenmarkts.

Corbyn hatte angekündigt, die Forderung nach einem zweiten Brexit-Referendum zu unterstützen, sollte sein Antrag scheitern. Am 23. Juni 2016 hatten die Briten bei einer ersten Volksabstimmung mit knapper Mehrheit für einen Austritt des Landes aus der EU gestimmt.

Das Unterhaus billigte einen Antrag, der die Pläne von Premierministerin Theresa May für eine Brexit-Verschiebung bekräftigt. Die Premierministerin hatte am Dienstag eine entsprechende Abstimmung in Aussicht gestellt, sollte sie mit ihrem Deal im Parlament erneut scheitern.

Einen Austritt ohne Abkommen wollten die Abgeordneten nicht unter allen Umständen ausschließen. Sie stimmten mehrheitlich gegen einen entsprechenden Antrag des Fraktionschefs der Schottischen Nationalpartei (SNP), Ian Blackford.