Bruch mit Tradition: Große Änderung bei Aldi Nord

Schwierige Zeiten erfordern drastische Maßnahmen: Einem Medienbericht zufolge bricht Aldi mit einem seiner Firmengrundsätze. Damit will der Discounter die Lebensmittelversorgung sicherstellen.

Aldi stellte Produkte bisher nur bereit und nicht her - das soll sich jetzt ändern (Bild: Getty Images)
Aldi stellte Produkte bisher nur bereit und nicht her - das soll sich jetzt ändern (Bild: Getty Images)

Während diverse Discounter und Supermärkte bestimmte Produkte selbst produzieren, beschränkte sich Aldi Nord stets komplett auf den Handel, ausgenommen von zwei Kaffeeröstereien, von denen eine langfristig jedoch schließen soll.

Nicht selbst zu produzieren ist eine feste Tradition, wie die Lebensmittel Zeitung berichtet - eine, mit der nun gebrochen wird: Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens kauft Aldi Nord einen Produktionsbetrieb. Damit soll die Versorgung mit Mineralwasser gesichert werden.

Es handelt sich dabei um einen der wichtigsten Lieferanten des Discounters, wie Aldi Nord selbst in einer Pressemitteilung bestätigt. Zwei Standorte der Altmühltaler Mineralbrunnen Gruppe - einen im bayerischen Treuchtlingen und einem im hessischen Breuna - wird Aldi Nord übernehmen und dort nach eigenen Angaben die Produktion ausbauen.

Aldi will Versorgungssicherheit gewährleisten

In Zeiten, in denen durch Energiekrise, Inflation und Hamsterkäufen der Einzelhandel um die Versorgungssicherheit wichtiger Lebensmittel oder Getränke bangt, soll damit die eigene Rolle als "verlässlicher Grundversorger", wie Aldi es in seiner Meldung ausdrückt, gefestigt werden. "Der Erwerb der Unternehmen gibt uns die Möglichkeit, Produktionskapazitäten für eines der wichtigsten Lebensmittel langfristig in Deutschland aufrechtzuerhalten", erklärt Jürgen Schwall, Chief Purchasing Officer bei Aldi Nord, diesen Umbruch beim Unternehmen.

Discounter oder Supermarkt? Unterschiede und Erkennungsmerkmale

Auch das Angebot zu "bestmöglichen Preisen" soll mit dem Schritt gesichert werden. Die Arbeitsplätze aus Verwaltung und Produktion - insgesamt rund 400 an beiden Standorten - sollen dabei erhalten bleiben, wie Aldi versichert.

Aldi setzt auf Getränkeproduktion - trotz Kohlensäure-Knappheit

Wie stabil die Preise letztlich bleiben, muss sich jedoch zeigen. Das Geschäft mit kohlensäurehaltigen Getränken ist aktuell ein unstetes, denn die Branche hat immer wieder mit Kohlensäure-Knappheit zu kämpfen. Der Grund: Das Gas ist häufig ein Nebenprodukt aus der Düngemittelproduktion, die aufgrund hoher Energiepreise heruntergeschraubt ist.

Ein außergewöhnlicher Schritt für Aldi, doch das Timing stimmt, wenn man die aktuelle Lage der Altmühltaler-Gruppe betrachtet: Erst vor Kurzem hatten die Getränkehersteller Rauch und Red Bull ebenfalls ein Werk der Gruppe übernommen. Der Lebensmittel Zeitung zufolge war der Grund für diese Übernahme der Wegfall eines Großauftrags, der den Betrieb an den Rand der Schließung brachte.

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