Brutaler Schock in der Live-Show: Almklausi muss ins Krankenhaus

Rupert Sommer
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Brutaler Schock in der Live-Show: Almklausi muss ins Krankenhaus

Es ist der Moment, in dem aus einem albernen Spiel böser Ernst wird - und "Promi Big Brother" seine hässliche Fratze zeigt. Bei einer Duell-Hetzjagd kollabiert Ballermann-Star Almklausi. Anstatt mit einem Notarzt-Einsatz abzubrechen, ging das Hauen und Stechen der Kandidaten ungebremst weiter.

Joey Heindle, der Publikumsliebling mit dem eher schlichten Gemüt, wollte mal wieder alles richtig machen. Also legte er sich auf Kommando mächtig ins Zeug, robbte wie entfesselt durch den Schlamm, schmiss seinen jugendlichen Körper über berdrohliche Hindernisse und ließ sich auch von einem auf den ersten Blick fast leblos wirkenden Körper mitten auf seinem Kurs durch die Bootcamp-Rennstrecke nicht aufhalten. Der Mann, den sie Almklausi nennen und der üblicherweise in teutonischen Urlaubs-Partyhochburgen mit Hits wie "Mama Laudaaa" als Stimmungseinpeitscher seinen Unterhalt verdient, hatte auf dem Duell-Parcours schon nach wenigen Metern jäh pausiert. Unfreiwillig. Ohne dass die Fluten von "Promi Big Brother"-Kameras wirklich zeigen konnten, was mit ihm los war.

Zunächst noch musste er sich ein paar aufmunternde, wenn auch etwas hämische Bemerkungen des sichtlich überforderten Moderators Jochen Schropp anhören. Dann war rasch klar, dass mitten in der Live-Show etwas gehörig aus dem Ruder gelaufen war. Ein Rettungssanitäter rannte ins Bild, der Sänger wurde noch mitten auf der Matsch-Piste behelfsmäßig stabilisiert. Joey stutzte kurz, als er an dem Notarzt-Einsatz vorbeihastete - und die Bilder liefen zynisch weiter.

Kreislauf, Gehirnerschütterung, Schwächeanfall - ja was denn nun?

"Almklausi hat Kreislauf", war zunächst alles, was von Schropp zu hören war. Was die Kameras im Studio-Hintergrund erkennen ließen, sah deutlich ernster, angsteinflößender aus. "Nur ein kleiner Schwächeanfall", beschwichtigte der Moderator - und das Spiel ratterte weiter. Es wirkte ganz so, als ob es eine Regie-Weisung gab, um wieder einmal dem berühmt-berüchtigten Sprichwort von der Show, die unbedingt weitergehen muss, gerecht zu werden. Fies, aber Fernseh-üblich.

Dann aber wirkten die Erklärversuche, die SAT.1 vorschob, um eine der aktuell quotenträchtigsten Sendungen nicht einfach abzubrechen und sich Zeit und Ruhe zur Klärung einer hochbrisanten Situation zu verschaffen, ziemlich missglückt. Und sie erreichten genau das Gegenteil: Jetzt machte man sich in der immer später in die Länge gezogenen Montagnacht plötzlich doch so richtig Sorgen. Und das auch, weil sich die spärlichen Mini-Informationen im ansonsten weiter laufenden Betrieb einer Sendung, die wohl so gerne mit ganz anderen Bildern "spektakulär" geworden wäre, so unbeholfen anhörten.

Aus der Live-Show ins Krankenhaus - und morgen schon wieder zurück?

"Almklausi ist wieder ansprechbar", sagte Jochen Schropp kurz nach dem rätselhaften Unfall, bei dem alles danach aussah, dass er wie manisch "wegerklärt" werden sollte. "Er hat relativ wenig gegessen und getrunken heute", hörte man über den regungslosen Musiker. Später deutete das Moderatoren-Gespann den "Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung" an. Dann war aber doch wieder die Rede vom Kreislauf. Und als vermeintliche Gewissheit blieb nur: Almklausi wurde in ein (offenbar stark abgeschirmtes) Krankenhaus verbracht. Dort soll es ihm angeblich - woher wussten Schropp und seine diesmal nicht weniger unsympathische Moderationskollegin Marlene Lufen das eigentlich ganz genau? - gegen Mitternacht schon wieder soweit gut gegangen sein, dass rechtzeitig vor Sendungsschluss über seine mögliche Rückkehr in der Dienstagsausgabe diskutiert wurde. Wie gesagt: The Show Must Go On - mit allen Mitteln!

Äußerst befremdlich also, was es sonst so zu sehen und vor allem: nicht zu sehen und nicht zu hören gab. Jedenfalls wirkte es so, als ob neben den eigenen, in der Regel lautstark - Digga! - herausposaunten Befindlichkeiten Almklausis Wohlergehen und offensichtliche Abwesenheit für seine Zeltplatz- beziehungsweise Luxusbereich-Mitbewohner keinerlei Gesprächsbedarf bot. Der Mann mit der angeblich so guten Stimmung war plötzlich weg - und sein Fehlen kein Thema im Live-Betrieb. Ach ja, doch: Mit Gedanken wollte SAT.1 bei ihm sein, aber auch diese Formulierung klang dann schon wieder ein wenig sehr schräg.

Doppel-Rauswurf: Ginger und Chris müssen den Campingplatz verlassen

In Ermangelung von so etwas wie Anstand und Mitgefühl wurden dann alle Themen abgehandelt, die an diesem Montagabend merkwürdig bedeutungslos wirkten - und doch überlang Sendezeit bekamen: Joeys Heimweh- und Trennungsschmerz, die Unehrlichkeit (und das Schnarchen) von Großmaul Chris, das langweilig ausdauernde Noch-nicht-ganz-Liebesspiel von Janine und ihrem Toyboy Tobi. Sowie - ganz kurz gestreift - die Tatsache, dass ein Schwangerschaftstest die erwartungsfrohe Ginger Wollersheim eben doch enttäuschte.

Ach ja: Und dann gab's auch noch viel Zoff um gleich zwei Nominierungsrunden, bei denen wieder Camp-Abgänger bestimmt werden mussten. Zunächst flog die schrille Ex-Erotikdarstellerin raus - und auf der anderen Seite der Studiotür gleich in die Arme ihres Ex-Rotlicht-Gatten Bert Wollersheim. Und später brach in einer überraschend angesetzten zweiten Rauswurf-Runde auch noch seine über weite Strecken unterhaltsame, aber letztlich dann doch sehr selbstgefällige Redseligkeit dem YouTuber Chris das Genick. Und ja: "Almklausi geht es besser."