Buch der Woche: Rezension: Work-Life-Blending ist eine Mogelpackung

Autor Christian Scholz kritisiert den fließenden Übergang zwischen Job und Privatem. Sein Gegenkonzept besticht, findet der Rezensent.

Berlin.  Mit der Digitalisierung geistert ein neues Thema durch deutsche Personalabteilungen. Stand "Work-Life-Balance" für ein ausgeglichenes Verhältnis von Beruf und Freizeit, betont "Work-Life-Blending" den fließenden Übergang zwischen Job und Privatem.

Firmen-Handy und -Laptop dürfen auch zu Hause benutzt werden, man kann flexibel und auch zu Hause arbeiten. So verschwimmt die Grenze zwischen Privatleben und Beruf. Als Legitimation muss die Generation Y herhalten. Die jungen Leute erwarten angeblich diese Flexibilität von ihrem Arbeitgeber.

Hellsichtig

Doch das, was als Flexibilisierung und Fortschritt verkauft wird, ist in Wahrheit eine Mogelpackung, so die These von Christian Scholz ("Mogelpackung Work-Life-Blending. Warum dieses Arbeitsmodell gefährlich ist und welchen Gegenentwurf wir brauchen", Verlag Wiley-VCH, 230 S., 19,99 Euro).

Bild Nr. 1:
"Mogelpackung Work-Life-Blending" von Autor Christian Scholz. Wiley-VCH

Es profitieren einzig und allein die Unternehmen, wie Scholz präzise an konkreten Beispielen aus der deutschen Wirtschaft nachweist. Es sind die Firmen mit großen Namen wie Daimler und Telekom, mit denen der Autor hart ins Gericht geht. Scholz ist mit diesem Buch eine sehr gut recherchierte, hellsichtig und kritisch verfasste Analyse gelungen. Zwei Dinge werden deutlich: Nicht alles, was neu ist, ist auch besser. Und in den Personalabteilungen deutscher Unternehmen werden sehr dünne Bretter gebohrt.

Beißend

Stilistisch ist das Buch eine furiose Polemik, sehr gut zu lesen und mit einer ordentlichen Portion Witz verfasst. Einen besonderen Hinweis verdiene...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen