Bulgarische Nationalisten blockieren vor Wahl Grenzübergänge zur Türkei

Bulgarische Nationalisten haben am Freitag die drei wichtigsten Grenzübergänge zur Türkei blockiert, um tausende Türken mit bulgarischen Pässen an einer Stimmabgabe bei der Parlamentswahl am Sonntag zu hindern

Bulgarische Nationalisten haben am Freitag die drei wichtigsten Grenzübergänge zur Türkei blockiert, um tausende Türken mit bulgarischen Pässen an einer Stimmabgabe bei der Parlamentswahl am Sonntag zu hindern. Am Grenzübergang Kapitan Andreewo versammelten sich rund 50 Demonstranten mit Spruchbändern, auf denen "Bulgarien über alles!" und "Nein zur türkischen Einflussnahme!" stand, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Aus Lautsprechern erklangen patriotische Lieder.

"Wir werden Tag und Nacht hier bleiben, um die Souveränität unseres Heimatlandes zu bewahren", sagte Waleri Simeonow von der nationalistischen Koalition Vereinigte Patrioten, der die Proteste organisierte.

Die Blockade der Grenzübergänge bedeutet eine weitere Eskalation des Streits zwischen dem EU-Mitgliedsland Bulgarien und der benachbarten Türkei, die sich offen für die neue protürkische Partei Dost in Bulgarien einsetzt.

In Bulgarien leben rund 700.000 ethnische Türken. Zudem gibt es in der Türkei etwa 200.000 türkischsprachige Bulgaren, von denen in der Regel ein Drittel an den Wahlen in Bulgarien teilnimmt.

In der Vergangenheit stimmten sie meist für die zentristische MDL, deren Ton gegenüber der Türkei und deren Präsident Recep Tayyip Erdogan jedoch zunehmend kritisch wurde. Im vergangenen Jahr spalteten einige Mitglieder sich ab und gründeten die Dost-Partei, die von türkischen Regierungsvertretern und dem Botschafter der Türkei offen unterstützt wird. Die Regierung in Sofia klagte deshalb über eine Einmischung der Türkei. Am Donnerstag warf Erdogan wiederum Bulgarien vor, im Zusammenhang mit der Wahl Druck auf die türkische Minderheit auszuüben.

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