Bund und Länder wollen Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen ausweiten

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Pflegeheim in Berlin (AFP/STEFANIE LOOS)

Wegen steigender Infektionszahlen soll die Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen ausgeweitet werden. Getestet werden sollten auch diejenigen, die geimpft und genesen seien, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag zum Abschluss zweitägiger Beratungen in Lindau. Dies gilt demnach vor Betreten dieser Einrichtungen.

Geimpfte und Genese, die der Testpflicht unterliegen, haben dann Anspruch auf kostenlose Tests. Der Bund werde die Voraussetzungen dafür schaffen, dass etwa Besuchern von Pflegebedürftigen Tests kostenlos zur Verfügung stehen, sagte Holetschek.

Nach den Worten des noch amtierende Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) ist "idealerweise" eine tägliche Testung in den Heimen angezeigt. Dies sei auch von der jeweiligen Inzidenz abhängig. In Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen sei eine tägliche Testung zu empfehlen, in anderem Regionen könne dies zwei- bis dreimal pro Woche geschehen.

Es gehe darum, vor allem "die Höchstbetagten zu schützen", betonte Spahn. "Im Winter haben wir gemerkt, wie brutal dieses Virus gewütet hat in den Pflegeheimen." Gegebenenfalls solle die Testpflicht auch in den Krankenhäusern ausgeweitet werden.

Vom Tisch ist eine von verschiedenen Seiten geforderte Impfpflicht für das Pflegepersonal. Für verpflichtende Impfungen gebe es "Argumente dafür, aber auch dagegen", sagte Spahn. Es gebe Regionen, wo die Impfquote beim Pflegepersonal nicht so hoch sei wie zu erwarten, wenn es um alte und kranke Menschen gehe. Er habe aber Sorge, dass Pflegekräfte nicht mehr zur Arbeit kämen, wenn eine Impfpflicht eingeführt würde. "In solcher Zeit kann eine verpflichtende Impfung zur Spaltung führen." Deshalb sei es sinnvoll, die Testpflicht auszuweiten.

Einig sind sich die Gesundheitsminister dagegen, dass die 2G-Regelung, die nur Geimpfte und Genesene einschließt, in Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen "regelhaft" eine Option sein soll für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen, sagte Spahn. Zugleich bestehe Konsens darüber, dass 3G als Zugangsvoraussetzung für Geimpfte, Genesene und Getestete zu Veranstaltungen in Innenräumen stärker kontrolliert werden müsse. Sachsen will am Freitag als erstes Bundesland eine landesweite 2G-Regelung beschließen.

hex/mt

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