Bund plant vorerst keinen Antrag auf EU-Hilfen für Geflügelhalter nach Vogelgrippe

Eier aus Bodenhaltung

Die Bundesregierung will in Brüssel vorerst keine Entschädigungen für deutsche Legehennenbetriebe für deren Verluste durch die Vogelgrippe beantragen. Noch lägen keine belastbaren Zahlen zu den Schäden vor, sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Das Ministerium analysiere das Marktgeschehen "sehr genau". Auf europäischer Ebene Hilfe zu fordern sei aber "eine mögliche Option".

Gegenüber dem "Tagesspiegel" verwies das Ministerium darauf, dass "der überwiegende Teil des Lebensmitteleinzelhandels" den Lieferanten weiter höhere Preise für Freilandeier gezahlt habe, obwohl die Eier wegen der Stallpflicht tatsächlich aus Bodenhaltung gekommen seien. Für Eier aus Freilandhaltung erhalten die Erzeuger elf bis zwölf Cent pro Ei, bei Bodenhaltung sind es sieben bis acht. Einige Handelsketten hatten sich freiwillig zu einer Weiterzahlung der höheren Preise verpflichtet.

Die EU-Kommission wäre laut "Tagesspiegel" bereit, den Legehennenbetrieben zu helfen. Finanzielle Hilfen seien möglich, sollte ein Mitgliedstaat das beantragen, sagte eine Kommissionssprecherin der Zeitung. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte den wirtschaftlichen Schaden durch die Vogelgrippe erst kürzlich mit 40 Millionen Euro beziffert.

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