Bundesarbeitsagentur verwundert über wenige Arbeitslosenmeldungen von Air Berlin

Air Berlin musste Insolvenz anmelden

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat verwundert auf die bislang niedrige Zahl von Arbeitslosenmeldungen von Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin reagiert. Die Arbeitsagenturen "sehen mit Sorge", dass sich nach der Insolvenz erst "relativ wenige" Mitarbeiter arbeitslos gemeldet hätten, sagte ein Sprecher der BA-Regionaldirektion Berlin Brandenburg am Wochenende dem "Tagesspiegel". Arbeitslosengeld könne erst ab dem Tag der persönlichen Meldung gezahlt werden, betonte er.

Die BA riet daher allen Betroffenen, sich zu melden, sofern sie nicht in Transfergesellschaften gegangen sind oder einen Job gefunden haben. Nur so hätten sie Anspruch auf Arbeitslosengeld, erinnerte der Behördensprecher.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, große Teile des Unternehmens sollen an die Lufthansa gehen. Vor dem Insolvenzantrag hatte die Fluggesellschaft über 8000 Mitarbeiter. Rund 3000 würden derzeit noch bezahlt, darunter Angestellte des Ablegers Niki, sagte ein Sprecher des Unternehmens dem "Tagesspiegel". Alle anderen seien freigestellt und erhielten kein Geld mehr.

Am Standort Berlin beschäftigte die Airline der Zeitung zufolge rund 2700 Menschen, mittlerweile sind es nur noch wenige hundert. Bis Donnerstag hatten sich aber nur exakt 506 Mitarbeiter offiziell arbeitslos gemeldet, in Brandenburg waren es 124. Außerdem wechselten 279 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft, die vom Land Berlin und der EU finanziert wird, wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf die Senatsverwaltung für Finanzen berichtete.

Die Bietergemeinschaft Zeitfracht-Nayak teilte unterdessen mit, dass ein Kaufvertrag für die Air Berlin Technik unterzeichnet wurde. Nayak-Geschäftsführer Boris Liffers habe den Vertrag vor dem Wochenende unterschrieben, teilte die Bietergemeinschaft am Montag mit. Die Kompetenzen und Fertigkeiten der Beschäftigten von Air Berlin Technik seien eine "hervorragende Ergänzung" des Portfolios des Serviceanbieters im Bereich der Wartung und Instandhaltung, erklärte Liffers.

Die Bietergemeinschaft habe sich mit den Arbeitnehmervertretern von Air Berlin Technik darauf verständigt, das Servicegeschäft mit 80 Beschäftigten in Berlin und 170 am Standort Düsseldorf weiter zu betreiben. Rund 700 Arbeitnehmer könnten in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln.

Verhandlungen mit bisherigen Auftraggebern der Air Berlin Technik sowie Kunden von Nayak seien weit fortgeschritten. "Mit Eurowings haben wir bereits Aufträge verhandelt", erklärte Liffers. Noch im Dezember sollten weitere Verträge mit weiteren Fluggesellschaften abgeschlossen werden. Bis zum 31. Dezember solle der Kaufvertrag rechtskräftig vollzogen sein. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Bereits Ende Oktober hatte der Logistikdienstleister Zeitfracht, der gemeinsam mit Nayak Angebote für Teile der insolventen Air Berlin abgegeben hatte, einen Kaufvertag für die Leisure Cargo unterzeichnet. Leisure Cargo vermittelt die Mitnahme von Luftfracht in Passagierflugzeugen.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen