Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen sichert weiter freien Zugang zu Akten zu

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Roland Jahn (l.) und Wolfgang Schäuble

Vor der geplanten Neuorganisation beim Umgang mit den DDR-Stasiakten hat der scheidende Bundesbeauftragte Roland Jahn versichert, dass auch künftig ein freier Zugang zu den Akten möglich bleiben wird. "Die Akten bleiben offen", sagte Jahn am Freitag bei der Vorlage seines letzten Tätigkeitsberichts. Die Stasiakten werden künftig ins Bundesarchiv überführt, zudem wird es einen Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur geben.

"Aus eins mach zwei - wir verdoppeln die Kraft", zeigte sich Jahn überzeugt. Aus der Institution des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen werde zum einen das Stasi-Unterlagen-Archiv im Bundesarchiv und zum anderen der Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur.

Die Nutzung der Unterlagen gehe unverändert weiter, versicherte der scheidende Bundesbeauftragte. Der Zugang erfolge nach den bewährten Regeln. Noch immer stellten jeden Monat tausende Menschen einen Antrag auf Einsicht in die Akten.

Laut der Behörde stellen 30 Jahre nach der ersten Akteneinsicht pro Monat noch immer zwischen 3000 und 4500 Menschen einen Antrag auf persönliche Einsicht in die Akten. Zunehmend beschäftigen sich demnach auch Angehörige von Verstorbenen mit dem Leben ihrer Eltern oder Großeltern. Die Zahl der Anträge ging im vergangenen Jahr laut Jahn von 56.000 im Jahr 2019 auf 37.000 zurück. Er erklärte diesen Rückgang aber auch mit der Corona-Pandemie.

Jahn hob die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für die gesamte Gesellschaft hervor. Diese könnten auch heute einen "großen Dienst" erweisen. Es gehe nicht nur um die Vergangenheit, in den Unterlagen stecke "enorm viel Stoff für die Gestaltung der Demokratie, für die Sensibilisierung für die Werte Freiheit und Menschenrechte".

cax/jp