Bundesbildungsministerin will Bafög zügig ausweiten

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Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) (AFP/Ina Fassbender)

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat eine zügige Reform des Bafög angekündigt. Sie wolle dem Bafög "so schnell wie möglich einen Schub geben", bereits zum Wintersemester 2022/2023 sollten erste wichtige Schritte umgesetzt werden, erklärte Stark-Watzinger am Mittwoch bei der Vorlage des neuen Bafög-Berichts. Es solle wieder mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen werden. Dafür müsse das Bafög "attraktiver, moderner und flexibler werden.

Nach dem im Kabinett vorgestellten, noch von der alten Bundesregierung erstellten Bafög-Bericht ist die Quote der geförderten Studenten von 21,4 Prozent im Jahr 2017 auf 18,5 Prozent im vergangenen Jahr kontinuierlich gesunken. Dafür stiegen die Förderungsbeträge der Bafög-Bezieher deutlich: Die durchschnittlichen Beträge der Studentinnen erhöhten sich in dem Zeitraum um 23,5 Prozent auf 574 Euro, für Schülerinnen und Schüler um 16 Prozent auf 503 Euro.

Stark-Watzinger erklärte, vor allem durch eine Anhebung der Freibeträge solle das Bafög für weitere Empfänger geöffnet werden. Zudem solle es elternunabhängiger, einfacher und digitaler werden. Die Ministerin kündigte für Studierende aus sozial schwachen Familien Starthilfepakete an. Außerdem werde die Übergangsregelung für die Zinsbefreiung des KfW-Studienkredits bis zum 30. September 2022 verlängert.

Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Stark-Watzinger, das geplante Starthilfepaket solle bis zu 1500 Euro umfassen. Hohe Kosten für ein Laptop oder andere nötige Anschaffungen zum Studienstart dürften keine Hürde für ein Studium sein.

Die FDP-Politikerin sagte weiter, die Ausbildungsförderung solle flexibler werden und besser zur Realität der Studierenden passen. "Die Förderzeiten werden länger, Wechsel des Studienfachs sollen leichter möglich sein, die Altersgrenzen werden angehoben."

In einem zweiten Schritt solle das Bafög elternunabhängiger werden, so die Ministerin. "Nicht das Einkommen der Eltern soll künftig entscheidend sein", sagte sie den Funke-Zeitungen. Unabhängig von der finanziellen Lage der Familie sollen Studierende demnach künftig die Kindergrundsicherung direkt ausgezahlt bekommen.

ran/cha

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