Bundeskabinett beschließt diesjährige Rentenerhöhung

Spürbarer Anstieg der Renten

Die Bundesregierung hat grünes Licht für die anstehende Rentenerhöhung gegeben. Die gesetzlichen Altersbezüge für die knapp 21 Millionen Rentner steigen zum 1. Juli im Westen um 1,9 Prozent und im Osten um 3,6 Prozent, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Damit fällt die Steigerung geringer aus als im Rekordjahr 2016.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es sei "erfreulich, dass die Renten auch in diesem Jahr spürbar angehoben werden können". Die Verordnung dafür brachte das Kabinett auf den Weg.

Die unterschiedliche Erhöhung in den alten und neuen Ländern ist darauf zurückzuführen, dass die Rente den Löhnen folgt. Mit dem angekündigten Plus erreichen die Altersbezüge in den neuen Ländern nun 95,7 Prozent des Rentenwerts im Westen. Bislang liegt das Niveau bei 94,1 Prozent.

Im Juli vergangenen Jahres waren die Renten im Westen um 4,25 Prozent und im Osten um 5,95 Prozent gestiegen. Dies war damals der höchste Zuwachs seit 23 Jahren gewesen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zeigte sich trotz der Erhöhung besorgt. "Das Rentenniveau sinkt weiter, bei den Übergängen vom Berufsleben in den Ruhestand fehlt es weiter an flexiblen, verlässlichen und abgesicherten Lösungskonzepten und an einem wirksamen Schutz vor Altersarmut", erklärte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Die Politik müsse "endlich umsteuern", forderte sie.

Aktuell liegt das Rentenniveau bei etwa 48 Prozent. Als gesetzliche Untergrenze gilt bislang ein Niveau von 43 Prozent bis zum Jahr 2030. Das Rentenniveau beschreibt, wie hoch eine Standardrente im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen im selben Jahr ist.

Auch die Linke nannte ein "höheres Rentenniveau dringend erforderlich" und forderte die Anhebung auf 53 Prozent. Die Rentnerinnen und Rentner würden "immer mehr von der Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand abgekoppelt", erklärte der rentenpolitische Sprecher der Fraktion, Matthias Birkwald.

Die Rentenerhöhung ab Juli kostet einem Bericht zufolge zunächst 3,27 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr werden es dann 6,5 Milliarden Euro Mehrkosten sein, wie die "Passauer Neue Presse" am Mittwoch berichtete.

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