Bundesregierung freut sich über Macrons gutes Abschneiden bei Wahl in Frankreich

Macron könnte französischer Präsident werden

Mit unverhohlener Erleichterung hat die Bundesregierung auf das gute Abschneiden des pro-europäischen Kandidaten Emmanuel Macron bei der Wahl in Frankreich reagiert. "Wir sind froh und erleichtert darüber, dass das Votum der französischen Wählerinnen und Wähler ein pro-europäisches ist", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Mit Macrons Sieg im ersten Wahlgang hätten die Wähler "ein klares Zeichen gesetzt".

Der Außenamtssprecher würdigte Macron als "reformorientierten, pro-europäischen Politiker". Macron verfolge ein Programm, das jedenfalls in der Zielrichtung "dem entspricht, was wir uns auch wünschen - nämlich eine gute Zukunft Europas". Wahlsieger Macron muss sich Anfang Mai in einer Stichwahl der EU-feindlichen Rechtspopulistin Marine Le Pen stellen.

Vizeregierungssprecher Georg Streiter ließ durchblicken, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich erleichtert über den Sieg Macrons ist. Streiter bezog sich auf eine Twitter-Botschaft von Merkels Sprecher Steffen Seibert, der Macrons Sieg am Vorabend als "gut" bezeichnet hatte und ihm alles Gute für den Stichentscheid wünschte.

Es sei bislang "nicht vorgekommen", dass Seibert etwas geäußert habe, "das nicht der Meinung der Kanzlerin entspricht", sagte Streiter. "Der twittert ja nicht einfach so rum." Eine ausdrückliche Stellungnahme der Kanzlerin zum Wahlausgang gab Streiter aber nicht ab.

Die Sprecher wiesen den Vorhalt zurück, dass die Bundesregierung sich durch Präferenzbekundungen zugunsten Macrons in die französische Wahl einmische und dadurch internationale Gepflogenheiten verletze. "Einmischen sollte man sich nicht, aber Haltung zeigen", sagte der Außenamtssprecher. Streiter sagte, er könne keine Einmischung der Kanzlerin erkennen.

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