Bundesregierung: Großbritannien bleibt nach Brexit wichtiger Partner in Europa

Die Europäische Union bereitet sich auch auf ein mögliches Scheitern der Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens vor - auch wenn sie "konstruktiv" und "hart" für deren Gelingen arbeiten will

Die Bundesregierung betrachtet Großbritannien auch nach der Brexit-Erklärung als wichtigen Partner in Europa und in der Nato. "Wir sollten nicht vergessen, dass das Vereinigte Königreich ein Partner bleibt", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Auf die nun anstehenen Verhandlungen zum Austritt Großbritanniens aus der EU sei die Bundesregierung "gut vorbereitet", sagte Demmer. "Mit dem britischen Schreiben werden wir mehr Klarheit bekommen, wie die britische Seite sich den Weg vorstellt."

Außenamtssprecher Martin Schäfer verwies auf die großen Herausforderungen bei den auf zwei Jahre begrenzten Brexit-Verhandlungen. "Der Zeitplan ist verdammt eng, das wissen alle Beteiligten", sagte Schäfer.

Es gebe "unzählig viele Dinge", die in diesem Scheidungsverfahren geklärt werden müssten, um Unsicherheiten auf beiden Seiten des Ärmelkanals zu vermeiden, sagte der Sprecher.

Unsicherheit sei "Gift" für betroffene Menschen und für die wirtschaftlichen Beziehungen. "Manchmal fragt man sich, ob das in London wirklich begriffen worden ist, welche Folgen das hat für die britische Wirtschaft", fügte Schäfer hinzu.

Kurz zuvor hatte der britische EU-Botschafter Tim Barrow in Brüssel den Antrag Großbritanniens auf Austritt aus der Europäischen Union an EU-Ratspräsident Donald Tusk überreicht. Damit beginnen die Austrittsverhandlungen.

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