Bundesregierung unterstützt Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus

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Spahn und Karliczek (AFP/MICHELE TANTUSSI)

Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus: Konkret sollen sechs Vorhaben gefördert werden, wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) am Montag in Berlin sagten. Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf 150 Millionen Euro.

Karliczek sagte: "Corona wird bei uns bleiben, und wir werden Medikamente benötigen, um Covid-19-kranke Menschen zu behandeln." Sie dämpfte zugleich die Erwartungen an die rasche Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus. Deren Entwicklung dauere in der Regel Jahre und keine Monate. Es seien dabei "keine Wunder zu erwarten". "Es wird nicht das eine Medikament gegen Covid-19 geben."

Vielmehr benötigten die Patientinnen und Patienten je nach Stadium und Entwicklung verschiedene Therapien. Bei den jetzigen Vorhaben sei allerdings im Idealfall eine bedingte Zulassung für das kommende Jahr zu erwarten, betonte Karliczek zugleich.

"Noch hilft nur Impfen gegen Corona", sagte Spahn. "Aber wir wollen der Pandemie auch langfristig ihren Schrecken nehmen." Mit der Förderung werde auch in die Zukunft investiert, "weil wir damit auch den deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandort im Bereich Biotechnologie stärken".

Konkret werden Projekte der Unternehmen AdrenoMed AG, Apogenix AG, Atriva Therapeutics GmbH, Corat Therapeutics GmbH, Inflarx GmbH und der DRK Baden-Württemberg-Hessen unterstützen.

Es geht Karliczek zufolge jetzt darum, solche Ansätze zu unterstützen, die bereits in der späten klinischen Entwicklung sind. Geplant ist die Unterstützung von Projekten, in denen etwa der Einsatz von Antikörpern und blockierenden Molekülen in der Behandlung von Covid-19 untersucht wird.

Die Präparate decken ein breites Wirkspektrum ab. Sie können direkt antiviral wirken und etwa das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern. Sie können aber auch einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion haben oder die überschießende Immunreaktion dämpfen.

Teilweise wurden die Arzneimittel bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht. Nun soll getestet werden, ob sie auch einen Effekt auf eine Corona-Erkrankung haben. Es sind derzeit Studien sowohl an mittelschwer als auch an schwer erkrankten Patientinnen und Patienten geplant.

Die beiden Ministerien hatten Mitte Mai 2021 eine Richtlinie zur Förderung der klinischen Entwicklung von versorgungsnahen Covid-19-Arzneimitteln und deren Herstellungskapazitäten veröffentlicht. Damit sollen Arzneimittel, die in den ersten beiden klinischen Phasen erfolgreich getestet wurden, möglichst schnell bei den Patientinnen und Patienten in Deutschland ankommen.

jp/pw

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