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Bundeswehr-Brigade in Litauen: Diese Bundesländer sollen die Soldaten für den Einsatz an der Nato-Ostflanke stellen

4000 Soldatinnen und Soldaten sollen in Litauen stationiert werden. Es werden Freiwillige gesucht – zur Not sollen aber Truppen abkommandiert werden. - Copyright: picture alliance/Stephan Goerlich
4000 Soldatinnen und Soldaten sollen in Litauen stationiert werden. Es werden Freiwillige gesucht – zur Not sollen aber Truppen abkommandiert werden. - Copyright: picture alliance/Stephan Goerlich

Es ist ein Einsatz, den es in der Geschichte der Bundeswehr so noch nie gegeben hat: Ab 2027 soll eine Brigade von 4000 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten in Litauen an der Ostflanke der Nato stationiert werden. Statt wie bei bisherigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr sollen die Soldaten jeweils für mindestens drei Jahre in Litauen stationiert werden, statt halbjährlich aus dem Einsatz zu rotieren.

Schon im kommenden Jahr soll der Aufbau der Brigade durch einen Stab beginnen; spätestens 2025 soll ein Kommandeur ernannt werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sucht schon jetzt Freiwillige, die sich für den Dauereinsatz in Litauen melden. Nach Informationen von Business Insider hat der Verteidigungsminister entschieden, dass diese aus den Kampfverbänden der Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen rekrutiert werden sollen.

Pistorius ist zuversichtlich, Freiwillige zu finden – und setzt Anreize

Pistorius schwebt eine "Kampfbrigade schwerer Kräfte des Heeres mitsamt Unterstützungskräften" vor, wie er in einem Interview mit der "Tagesschau" Anfang Oktober sagte. Die bereits in Litauen stationierte Battle Group der Enhanced Forward Presence der Bundeswehr soll angepasst und in die Brigade Litauen integriert werden. Pistorius ist zuversichtlich, genügend Freiwillige zu finden, um auf die Stärke von 4000 Soldaten zu kommen. "In der Tat bekommen wir sehr viele positive Rückmeldungen aus der Truppe", sagte er der "Tagesschau". "Litauen hat einen exzellenten Ruf bei den Soldatinnen und Soldaten."

Wie der "Spiegel" berichtet, plant das Bundesverteidigungsministerium allerdings auch besondere Anreize, um Freiwillige für die Brigade Litauen zu gewinnen. Das Magazin zitiert aus einem internen Papier der Personalabteilung des Ministeriums, laut dem Auslandszuschläge zwischen rund 1500 und knapp 4000 Euro, regelmäßige Reisen nach Deutschland, besondere Karrierechancen und die Absenkung des Pensionsalters möglich seien.