Bundeswehr kann mit erster Maschine nur wenige Menschen aus Kabul ausfliegen

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Annegret Kramp-Karrenabuer

Die Bundeswehr hat mit ihrem ersten Evakuierungsflug nur eine kleine Gruppe von Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausfliegen können. "Wir haben eine sehr unübersichtliche, gefährliche, komplexe Situation am Flughafen, vor allem durch die Menschenmengen", sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Chaotische Szenen am Flughafen

 "Wir haben es gestern geschafft, in einer wirklich halsbrecherischen Landung unsere Maschine zu Boden zu bringen", fügte die Ministerin hinzu. Es sei in erster Linie darum gegangen, Soldaten zur Absicherung der Evakuierungsflüge nach Kabul zu bringen.

 "Wir hatten nur ganz wenig Zeit und deswegen haben wir nur die mitgenommen, die jetzt wirklich auch vor Ort waren. Und die konnten gestern wegen der chaotischen Situation noch nicht in einer größeren Zahl am Flughafen sein", sagte Kramp-Karrenbauer. Der CDU-Außenexperte Johann Wadephul bestätigte im Deutschlandfunk eine Meldung der "Bild"-Zeitung, wonach mit dem ersten Flug nur sieben Menschen aus Kabul rausgeholt worden seien.

 Eine zweite Transportmaschine warte derzeit auf die Freigabe der USA, um Richtung Kabul zu starten und weitere Menschen in Sicherheit zu bringen, sagte Kramp-Karrenbauer. Zur Absicherung der Flüge seien insgesamt bis 600 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr vorgesehen.

Luftbrücke geplant - so lange wie möglich

 Sie hoffe, dass der Flughafen in Kabul lange offen gehalten werden könne und "dass wir doch über die nächsten Tage eine richtige Laufbrücke aufbauen können", sagte Kramp-Karrenbauer. Der Auftrag der Bundeswehr laute, "so lange es irgendwie geht so viele wie möglich rausholen".

 Bis Montagnachmittag hatten sich vier Luftwaffen-Maschinen auf den Weg nach Kabul gemacht. Wegen der chaotischen Lage auf dem Flughafen verzögerte sich der erste Evakuierungsflug jedoch stundenlang. Ein A400M-Transportflugzeug der Bundeswehr konnte schließlich in der Nacht von Kabul aus in Richtung Taschkent in Usbekistan abheben.

 Die Luftwaffe will zwischen Kabul und Taschkent eine Luftbrücke einrichten. Deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte sollen zunächst in die Hauptstadt Usbekistans ausgeflogen und dann mit Charterflugzeugen nach Deutschland gebracht werden.

 Die Taliban hatten am Sonntag nach einem zehntägigen Eroberungsfeldzug durch Afghanistan die Hauptstadt Kabul erreicht. Die afghanische Regierung gestand ihre Niederlage ein, Präsident Aschraf Ghani floh ins Ausland.

 Westliche Staaten wie die USA und Deutschland bemühen sich nun unter Hochdruck darum, ihr ziviles Personal aus Afghanistan auszufliegen. Die US-Regierung entsandte 6000 Soldaten zur Sicherung des Flughafens in Kabul.

 bfi/gap

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