Bundeswehr hat Probleme mit militärischem Gerät beim Einsatz in Mali

Bundeswehrsoldaten mit Helikopter in Gao

Die Bundeswehr in Mali hat Probleme mit ihrem militärischen Gerät. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte am Mittwoch einen Pressebericht, wonach die extremen Bedingungen in dem westafrikanischen Land einen Teil der Fahrzeuge außer Gefecht setzen. Bei der Instandsetzung und der Einsatzbereitschaft gebe es derzeit Defizite, sagte ein Ministeriumssprecher. Zugleich betonte er, dass die Truppe "alle Aufträge" der Vereinten Nationen in Mali erfülle.

Die Zeitung "Die Welt" (Mittwochsausgabe) hatte berichtet, dass die Hälfte der Bundeswehrfahrzeuge im Camp Castor in Gao nicht einsatzbereit sei. Die Fahrzeuge seien nach einer technischen Überprüfung vorläufig stillgelegt worden. Gründe seien die Hitze mit bis zu 50 Grad Celsius sowie Staub und steinige Pisten.

Als weitere Gründe für die Einschränkung der materiellen Einsatzbereitschaft seien die schleppende Ersatzteilversorgung aus Deutschland und die nicht hinreichende Fahrzeuginstandsetzung vor Ort im Camp genannt worden, berichtete die Zeitung.

"Die Auftragserfüllung gegenüber den UN ist sichergestellt", zitierte die "Welt" einen stellvertretenden Kontingentführer der Bundeswehr in Gao. "Die Einsatzbedingungen führen uns aber regelmäßig an die technische Belastungsgrenze."

Der Ministeriumssprecher bestätigte in Berlin, dass "die Instandsetzungslage oder die Einsatzbereitschaftslage aus unserer Sicht nicht zufriedenstellend ist". Es seien "aber bereits im letzten Kontingent Maßnahmen ergriffen" worden, die Einsatzfähigkeit "zu verbessern".

Zum einen solle es noch mehr Personal geben, zum anderen würden "weitere Arbeitsplätze im Bereich Infrastruktur geschaffen, um mehr Gerät instand zu setzen". Wegen der langen Versorgungswege würden zudem "Ersatzteillager vor Ort eingerichtet". Die genaue Zahl der betroffenen Fahrzeuge konnte der Sprecher nicht nennen.

Als einen Grund für die Probleme nannte der Sprecher die zuletzt deutliche Vergrößerung des deutschen Kontingents bei dem Einsatz. "Wir sind in den letzten Wochen in Mali massiv gewachsen", sagte der Sprecher. Das Kontingent habe sich "insgesamt verdoppelt auf derzeit etwa 850 Soldaten". Dadurch seien auch die Anforderungen unter anderem an die Instandsetzung gestiegen.

Die Bundeswehr unterstützt in Gao die UN-Mission Minusma, die sich in Mali für eine Stabilisierung des von Konflikten und Terrorismus bedrohten Landes engagiert. Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Mali seit Februar ausgedehnt. Sie verlegte mehrere Transport- und Kampfhubschrauber in das Land. Die Mission in Mali ist mittlerweile der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Der UN-Einsatz gilt zudem als einer der gefährlichsten weltweit.

Probleme gebe es auch mit dem Kampfhubschrauber Tiger, welcher der UNO am 1. Mai einsatzbereit gemeldet werden solle, berichtete die "Welt". Es fehle eine Sonderfreigabe zum Einsatz unter hohen Temperaturen. Derzeit sei der Hubschrauber nur für eine Betriebsgrenze von 43,26 Grad Celsius freigegeben.

Überstiegen die Temperaturen diesen Wert, dürfe der Hubschrauber nicht aufsteigen. Beantragt sei eine Sondergenehmigung für den Einsatz bis 48,26 Grad Celsius. Die Bundeswehr hat vier Tiger-Kampfhubschrauber und vier Transporthubschrauber vom Typ NH-90 nach Mali verlegt.

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