NATO beginnt mit Stationierung von Patriots in Türkei

US-Militärpersonal und Material eingetroffen

Die NATO hat mit der Stationierung von Patriot-Raketensystemen zum Schutz gegen syrische Geschosse in der Türkei begonnen. Das in Stuttgart ansässige US-Regionalkommando Europa (EUCOM) teilte mit, dass US-Militärpersonal und Material auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik eingetroffen seien. Auch die Bundeswehr will in der kommenden Woche die ersten Soldaten für den Einsatz in die Türkei verlegen.

Das US-Vorkommando soll den Angaben zufolge für die Inbetriebnahme der Raketensysteme sorgen, die aber noch nicht unmittelbar einsatzbereit seien. Binnen weniger Tage sollen nun bis zu 400 US-Mitarbeiter eingeflogen werden. Weiteres Material werde auf dem Seeweg verschickt und im Laufe des Monats in der Türkei erwartet. EUCOM-Vizekommandeur Charles Martoglio erklärte, die Raketensysteme würden in den kommenden Wochen in Betrieb genommen und dann unter NATO-Kommando gestellt.

"Die Truppen werden die Möglichkeiten der türkischen Luftabwehr erhöhen und zur Deeskalation der Krise entlang der Bündnisgrenze beitragen", hieß es in der EUCOM-Mitteilung. Es handele sich ausschließlich um eine "defensive" Stationierung, die keine Flugverbotszone oder offensive Operation zum Ziel habe, betonte die US-Armee. Die Dauer der Stationierung werde von den beteiligten Ländern in Absprache mit der Türkei und der NATO bestimmt.

Insgesamt werden sechs Patriot-Systeme, je zwei aus den USA, Deutschland und den Niederlanden, verlegt. Die Bundeswehr will in der kommenden Woche die ersten Soldaten in die Türkei verlegen. Laut Bundesverteidigungsministerium sollen einem Vorkommando rund zwei Dutzend Soldaten angehören. Sie sollen sich am Dienstag vom niederländischen Eindhoven aus auf den Weg machen. Das deutsche Hauptkontingent, dem bis zu 350 Soldaten angehören, werde in der Woche vom 14. Januar an verlegt.

Die deutschen Patriot-Systeme sollen am Dienstag von Lübeck-Travemünde entsandt werden und am 21. Januar im türkischen Iskenderun eintreffen. Zu dem Einsatzmodul zählen zwei Feuereinheiten sowie ein Führungs- und ein Versorgungselement.

Die beiden niederländischen Patriot-Systeme sollen am Montag zunächst zum niederländischen Hafen Eemshaven transportiert werden, am 22. Januar sollen sie in der Türkei eintreffen. Am Dienstag werden bereits 30 niederländische Soldaten verlegt, 270 weitere am 21. Januar.

Mit der Stationierung der Patriot-Luftabwehrsysteme kommen Deutschland und seine NATO-Partner einer Bitte Ankaras nach. Die Türkei verspricht sich von den Systemen Schutz vor den Unruhen im südlichen Nachbarland Syrien. Wiederholt waren syrische Granaten auf türkischem Boden eingeschlagen. Die deutschen Systeme sollen in Kahramanmaras im Süden der Türkei stationiert werden, die niederländischen Einheiten weiter westlich in Adana.

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