Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erstmals seit Oktober auf unter 50

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Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erstmals seit vergangenen Oktober auf unter 50 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut am Mittwoch meldete, lag sie nun bei 46,8. Bundesweit wurden innerhalb eines Tages 2626 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, zusätzlich wurden 270 weitere Todesfälle verzeichnet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) musste derweil erneut Kritik für seinen Vorschlag zu Lockerungen bei einem Wert von unter 20 einstecken. Er relativierte seine Äußerungen inzwischen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht seit einigen Wochen stetig zurück. Der Wert, der die Zahl der Neuinfektionen unter 100.000 Menschen angibt, ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Zuletzt unter 50 gelegen hatte der Wert am 20. Oktober. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt jetzt bei 3.656.177. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 87.726.

Spahn hatte gesagt, er strebe für weitreichende Öffnungen im Sommer einen Corona-Inzidenzwert von unter 20 an. Er habe damit aber "keine neue Zielmarke gesetzt", sagte der Minister nun am Mittwoch im RTL/ntv "Frühstart". Ein Ziel aber sei klar: "Möglichst viel impfen, möglichst wenige Infektionen bis Ende Juni, dann wird es ein richtig guter Sommer." Die Frage, "wie viel Ruhe wir vor diesem Virus haben im Sommer, hängt sehr stark davon ab, wie tief wir jetzt die Infektionszahlen runterbringen".

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer warf Spahn vor, die Menschen zu verunsichern. Im Februar habe er noch eine Inzidenz von zehn ins Spiel gebracht, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Jetzt verdoppelt er wie ein Zocker auf 20 und rudert schnell wieder ohne glaubwürdige Erklärung hastig zurück." Spahn solle sich besser um einen durchdachten, verbindlichen Stufenplan für Öffnungen, die Beschaffung von Impfstoffen und den digitalen Impfpass kümmern.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Der Wert einer zu erreichenden Inzidenz von 20 ist eine gegriffene Zahl, die für neue Verunsicherung sorgen könnte." Der Inzidenzwert alleine beachte weder den Impffortschritt noch die sich leerenden Intensivstationen.

jp/pw