Bush mahnt rasche Evakuierungen in Afghanistan an

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Ex-Präsident Bush mit Ehefrau Laura

Der frühere US-Präsident George W. Bush hat sich erschüttert von der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan gezeigt und angemahnt, bedrohte Afghanen rasch außer Landes zu bringen. Er und seine Ehefrau Laura hätten die "tragischen Ereignisse" in Afghanistan mit "großer Trauer" verfolgt, erklärte Bush, der nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 den US-Einmarsch in Afghanistan angeordnet hatte.

Die am meisten bedrohten Afghanen seien jetzt jene, "die beim Fortschritt in ihrem Land an vorderster Front standen", erklärte Bush. Die USA hätten die "Verpflichtung", die betroffenen Afghanen jetzt "ohne bürokratische Verzögerungen" aus dem Land zu bringen.

Bush hatte die USA nach den Terroranschlägen von 2001 in den Afghanistan-Einsatz und damit den längsten Krieg ihrer Geschichte geführt. Der Einmarsch in Afghanistan und der ebenfalls von Bush angeordnete Einmarsch im Irak 2003 im Zuge des "Krieges gegen den Terror" sind höchst umstritten. Nachdem der Irak-Einsatz 2011 endete, vollzieht Biden derzeit den Truppenabzug aus Afghanistan.

Dies erlaubte den radikalislamischen Taliban aber einen rasanten Siegeszug in Afghanistan, der am Sonntag im Einmarsch in der Hauptstadt Kabul und damit der Rückkehr der Islamisten an die Macht gipfelte. Westliche Staaten wie die USA und Deutschland versuchen jetzt in einer dramatischen Aktion, ihre Staatsbürger und afghanische Helfer aus dem Land zu bringen.

Kritiker machen Biden für das Chaos verantwortlich und werfen ihm unter anderem vor, nicht schon früher mit den Evakuierungen begonnen zu haben. Der US-Präsident wies am Montag in einer Fernsehansprache alle Vorwürfe zurück und machte die afghanische Regierung und die afghanischen Streitkräfte für die Machtübernahme der Taliban verantwortlich.

fs/cp

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