Bush-Trauerfeier: Frostige Stimmung zwischen Trump und den Clintons

Bei der Trauerfeier für George H. W. Bush herrschte eisige Stimmung zwischen Donald Trump und den Clintons. (Bild: Getty Images)

Bei der Trauerfeier für den ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush traf Donald Trump auch auf seine damalige Wahlkampf-Kontrahentin Hillary Clinton und deren Mann Bill Clinton – das Verhältnis scheint noch immer frostig zu sein, wie eine unangenehme Situation bei der Begrüßung zeigte.

Als Donald Trump am Mittwoch gemeinsam mit der First Lady Melania Trump das Capitol in Washington D.C. betrat, waren alle Augen für einen Moment auf ihn gerichtet. Der US-Präsident und seine Frau nahmen in der ersten Reihe Platz – unmittelbar neben den Obamas und den Clintons.

Während sich Donald Trump erst einmal hinsetzte, nahm sich seine Frau direkt die Zeit, um die beiden Paare mit Handschlag zu begrüßen – Hillary Clinton nickte der First Lady zu. Trump lehnte sich danach für einen Händedruck mit Barack Obama und seiner Frau Michelle hinüber – beide begrüßten ihn, während Ex-Präsident Bill Clinton das Geschehen beobachtete. Zu einer Begrüßung zwischen den Clintons und Donald Trump kam es allerdings nicht.

Schuldfrage: US-Medien sind sich uneinig

Einige US-amerikanische Medien schieben Donald Trump diesen Fauxpas zu, andere glauben, dass die Clintons keine Lust auf eine Begrüßung gehabt hatten: Tatsächlich signalisierten aber wohl beide Parteien gleichermaßen wenig Interesse an einem freundlichen Hallo: Während die Clintons sich nicht zu Trump drehten, wandte der sich nach dem Handschlag mit Michelle Obama schnell wieder dem Geschehen im Vordergrund zu und blieb sitzen. Die frostige Stimmung verwundert nicht – angesichts des schmutzigen Wahlkampfs im Jahr 2016 und der umstrittenen Politik des US-Präsidenten bestünde sicher viel Redebedarf zwischen den beiden Seiten.

Am Mittwoch wurde zudem eine weitere präsidiale Tradition gebrochen: Es war das erste Mal seit dem Tod von Lyndon Johnson im Jahr 1973, dass ein amtierender US-Präsident nicht darum gebeten wurde, eine Trauerrede auf einen früheren Präsidenten zu halten.