CDU-Mann Laschet bei Markus Lanz: AKK hat größte Chancen Kanzlerin zu werden

Mila Lemke
Freie Autorin
Armin Laschet war bei Markus Lanz zu Gast. (Bild: ZDF)

Freundliche Politplauderei, ergänzt um ein bisschen Boulevard. Das ist die Talkshow von Markus Lanz. Am Mittwochabend drehten sich die Gespräche im Zweiten um die CDU, die aktuelle “Spiegel”-Affäre, um Nudeln im Wind und Verdauungsprobleme von Japanern. Der ganz normale TV-Wahnsinn also.

Die Gäste:

Armin Laschet, CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
Markus Feldenkirchen, “Spiegel”-Autor
Jürgen von der Lippe, Spaßvogel
Francine Jordi, Schlagersängerin

Und darum ging es:

Armin Laschet erzählte, dass er seine Handynummer gewechselt hat. Auch er sei von der Veröffentlichung privater Datensätze im Internet betroffen. Fremde Leute hätten ihn zu nächtlicher Stunde angerufen, ihn teilweise beschimpft, klagte Laschet. Außerdem erfuhren die Zuschauer, dass Laschet die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) sehr schätze – ebenso wie Friedrich Merz und Jens Spahn. Laschets Motto scheint also zu sein: Es sich bloß mit keinem verderben.

Lanz versuchte indes, was er immer bei Politikern versucht: seinen Gast zu einer ganz bestimmten Aussage zu nötigen. In dem Fall wollte er Laschet dazu bringen, sich als künftiger Kanzlerkandidat zu präsentieren. Laschet machte das, was Politiker in dieser Situation immer machen: Abblocken. Er sagte: “Wir haben eine Parteivorsitzende, die größte Chancen hat, Kanzlerin zu werden.” Gemeint war AKK.

Spiegel”-Journalist zum Leserbetrug: “Wir waren alle geschockt.”

Markus Feldenkirchen, Journalist des derzeit krisengeschüttelten “Spiegel”, widersprach: “Annegret Kramp-Karrenbauer hatte einen guten Start, aber es stehen 2019 bedeutende Wahlen an, darunter in Ostdeutschland, und ob sie danach noch so gut dasteht, ist offen.” Damit liegt er wohl richtig. Bekanntlich suchen viele Ossis ihr Heil bei der AfD.

Feldenkirchen äußerte sich auch zu seinem früheren Kollegen Claas Relotius. Reporter Relotius hatte sich komplette Passagen seiner Reportagen ausgedacht. Der “Spiegel” selbst hatte den Skandal öffentlich gemacht. Feldenkirchen sagte: “Wir waren alle geschockt, getroffen, traurig und wütend – wütend auf den Kollegen, der zum Betrüger geworden ist, aber auch auf uns, weil wir den Ansprüchen an uns selbst nicht gerecht geworden sind.” Feldenkirchen stellte aber auch klar: “Wir lassen uns davon nicht alles kaputt machen. Das Grundvertrauen in den Journalismus ist wichtig für eine funktionierende Demokratie.”

Jürgen von der Lippe fordert Ende der Anonymität im Internet

Anschließend beklagte der Entertainer Jürgen von der Lippe eine “Verrohung der Sprache”, vor allem in den sogenannten sozialen Medien. Von der Lippe forderte: “Ich bin dafür, dass man im Internet nicht mehr anonym schreiben kann. Dann heißt man eben nicht mehr ‘Feldmaus 69′”. Nun dürfte “Feldmaus 69” noch das kleinste Problem darstellen. Zumal nicht wenige Internetnutzer auch unter ihrem Klarnamen pöbeln. Lanz wollte das Thema jedoch nicht weiter vertiefen.

Denn eigentlich war von der Lippe gekommen, um sein Buch zu bewerben. “Nudel im Wind”, heißt sein erster Roman. Kurz gefasst geht es geht um einen Jugendlichen, der ein Schutzengel werden will, aber als Privatdetektiv endet, einen alten Zeitungsautoren, der erfolglos Frauen anbaggert und die wunderschöne Maskenbildnerin Lisa.

Für Schmöker-Fans: Die Buch-Tipps 2019

Außerdem machte von der Lippe das schockierende Geständnis, dass er mit seiner Partnerin in getrennten Wohnungen lebe. “25 Kilometer liegen dazwischen, 50 Euro Taxikosten”, so der Komiker.

Francine Jordi, die fast einmal Kampfpilotin bei der Schweizer Armee geworden wäre, sich dann aber für einen Flug in den Schlagerhimmel entschieden hatte, berichtete über ihre schwere Krebserkrankung, die sie glücklicherweise überstanden hat.

Anschließend erzählte sie irgendetwas über japanische Touristen, die in der Schweiz auf einen Dreitausender gehetzt worden seien und die anschließend – zurück im Tal – einen riesigen Käsetopf serviert bekamen, von dem sie Verdauungsprobleme bekamen. “Der Japaner hat ja eine andere Verdauung als wir”, erklärte Jordi. Spätestens danach konnte man beruhigt den Abschaltknopf drücken. Denn noch besser wurde es nicht mehr, an diesem Abend bei Markus Lanz.

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