CDU schiebt sich in Umfrage vor Landtagswahl in Schleswig-Holstein vor SPD

Albig (r.) und CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther

Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat sich die CDU in einer Umfrage vor die in Kiel regierende SPD geschoben. In dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer extra" der Forschungsgruppe Wahlen erreichten die Christdemokraten von Parteichef und Spitzenkandidat Daniel Günther 32 Prozent. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Torsten Albig kam auf 30 Prozent. Zuletzt hatte die SPD stets vor der CDU gelegen.

Die Grünen lagen in der neuen Umfrage stabil bei zwölf Prozent, die FDP weiter bei neun Prozent. Die Linkspartei stand mit fünf Prozent weiter auf der Kippe, die AfD erreichte sechs Prozent. Der von der Fünfprozenthürde befreite Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kam auf drei Prozent. In Schleswig-Holstein wird am Sonntag in einer Woche gewählt.

Die derzeitige Regierungskoalition aus SPD, Grünen und SSW hätte der Umfrage zufolge im neuen Kieler Parlament keine Mehrheit mehr. Die SPD könnte stattdessen allerdings andere Konstellationen wie eine Koalition mit Grünen und FDP oder Grünen und Linken eingehen.

Günther forderte Albig am Donnerstag auf, sich mit Blick auf eine mögliche Koalition der SPD mit der Linken vor der Wahl festzulegen. Der Ministerpräsident müsse in dieser Frage nun "klar und eindeutig Stellung beziehen", erklärte er in Kiel. Seine eigene Partei sah Günther demnach auf einem guten Weg, ihr Wahlziel von "mehr als 35 Prozent" zu erreichen.

Für die repräsentative Erhebung im Auftrag des ZDF hatte die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Mittwoch telefonisch 1001 Wahlberechtigte befragt. Der Fehlerbereich wurde dabei für einen Stimmenanteil von 40 Prozent mit gut plus/minus drei Prozentpunkten und für einen Stimmenanteil von zehn Prozent mit gut plus/minus zwei Prozentpunkten angegeben.

Grüne, FDP und Linke kommentierten die Umfrage erfreut. "Ich freue mich auf die nächsten zehn Tage", erklärte Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold. FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki und FDP-Landeschef Heiner Garg sprachen von einer "soliden Grundlage" für den Wahlkampfendspurt. Linken-Spitzenkandidatin Marianne Kolter erklärte, ihre Partei gehe "mit Elan in die letzte Woche des Wahlkampfs" und habe "gute Aussichten, in den Landtag zu kommen".

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