Chamenei: Iran besteht nicht auf Rückkehr der USA zum Atomabkommen

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Ayatollah Ali Chamenei

Der Iran besteht nach Angaben seines obersten geistlichen Führers nicht auf der Rückkehr der USA zum internationalen Atomabkommen, fordert aber nach wie vor die Aufhebung der US-Sanktionen. Es gehe nicht darum, "ob Amerika zurückkommt oder nicht; wir haben es nicht eilig und wir bestehen nicht auf ihrer Rückkehr", sagte Ayatollah Ali Chamenei am Freitag. "Unsere rationale und logische Forderung ist die Aufhebung der Sanktionen."

"Wenn die andere Partei praktisch keine ihrer Verpflichtungen erfüllt, ist es nicht logisch, dass die Islamische Republik alle ihre Verpflichtungen einhält", sagte Chamenei in einer im Fernsehen übertragenen Rede. "Wenn die USA zu ihren Verpflichtungen zurückkehren, werden wir zu den unseren zurückkehren."

Das internationale Atomabkommen von 2015 soll sicherstellen, dass der Iran nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt. Der im November abgewählte US-Präsident Donald Trump hatte die von ihm als unzulänglich betrachtete Vereinbarung jedoch im Mai 2018 einseitig aufgekündigt und danach neue Sanktionen gegen Teheran in Kraft setzen lassen. Seitdem hat sich auch der Iran schrittweise aus dem Abkommen zurückgezogen. Unter dem künftigen Präsidenten Joe Biden könnten die USA dem Abkommen wieder beitreten.

Andere Parteien des Abkommens, vor allem Deutschland, Großbritannien und Frankreich, haben den Iran gedrängt, zu seinen Verpflichtungen zurückzukehren. Erst am Montag hatte Teheran die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent erreicht - ein klarer Verstoß gegen das Atomabkommen.

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