Chaos pur in VOX-Show: Steffen Henssler verlässt unter Häme eigene Sendung

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 5 Min.

Steffen Henssler verlässt seine Sendung! Die Juroren geben viermal Null! Calli Calmund blamiert sich und tickt aus ("So blöd kann man doch nicht sein!")! Ein Koch als Häufchen Elend am Boden! So viel Drama hat es bei "Grill den Henssler" (VOX) noch nie gegeben!

"Jede Woche was Neues!" Laura Wontorras Ankündigung klang noch ganz vielversprechend, aber es kamen keine guten Nachrichten: Steffen Henssler hüpfte nicht wie sonst als menschlicher Flummi auf die Anrichte, sondern humpelte ins Studio. Er hatte sich - kein Witz - beim Frühkraftsport einen Bandscheibenschaden zugezogen. "War schon im MRT, es ist ein Nerv angegriffen." Deshalb kam es in der 91. Sendung von "Grill den Henssler" zur Premiere: Steffen Henssler kochte nicht selbst! Sondern sein auf die Schnelle engagierter Freund Detlef Steves. Der wirbelte in der Küchenzeile, Henssler gab nur Anweisungen.

Was anfangs gut klappte, geriet für "Team Henssler" zum großen Drama!

Gegner auf der Promiseite waren Boris Beckers Ex, Lilly Becker, Moderator Micky Beisenherz und Schauspieler und Ex-"Mr. Universum" Ralf Moeller. Gecoacht wurden sie - auch eine Neuheit - von einer Frau. Und was für einer! Haya Molcho, von Laura als "Weltköchin" angekündigt, führte ein strenges Regiment. Mit knappen Anweisungen im scharfen Imperativ hielt sie ihre Köche (Beisenherz: "Sie ist streng, aber herzlich") bei der Stange und fuhr auch der passionierten Dauerquasslerin Laura Wontorra immer wieder derart in die Parade, dass die teilweise sprachlos war.

Danke, Haya Molcho, dafür, das gab es so auch noch nie.

"Grill den Henssler" (VOX): Beisenherz mit Spitze gegen "braune" Wähler in Thüringen

Um bei Premieren zu bleiben: Der Impro-Gang (geräucherte Forelle, getrocknete Pflaume, Agavendicksaft) endete 24:24. Alle (!) drei Juroren werteten 8:8 Remis. "Team Henssler" feierte und ging durch die erste gewonnene Küchen-Competition in Führung.

Die Vorspeise (als Hommage an den israelischen Kochcoach wählte Micky Beisenherz "Frikeh mit Artischocken") wurde zum Fiasko fürs Promi-Team. Im zweideutig erotischen (Wontorra: "Was machen die Nüsse?" - Beissenherz: "In meinem Alter muss man regelmäßig gucken, was die Nüsse machen!") wie politisch eindeutigen Talk mit Laura Wontorra (Beisenherz: "Artischocken sind wie Wähler in Thüringen: Wenn man sich nicht um sie kümmert, werden sie ganz schnell braun!") litt die Kommunikation mit Haya Molcho. Folge: Nachdem (!) die Teller für die Jury drapiert waren, stellte Beisenherz fest: "Wo ist das Frikeh? Wir haben das Wichtigste vergessen!"

Calmund blamiert sich, Henssler auf 180: "Das ist Verar...ung!"

Es dauerte, bis die Jury den Lapsus bemerkte. Und Reiner Calmund ("Mir fehlen Fleisch und Fisch!") checkte es gar nicht! Er gab Mickys Teller 7 Punkte. Das ging Henssler auf den lädierten Nerv: "Das ist doch Verar...ung!" Jurorin Mirja Boes merkte wohl, dass "das Gekrümel, diese Jod-S11-Sprechperlen" fehlten, gab aber aus Mitleid drei Punkte. Nur Christian Rach blieb konsequent: "Ich hätte vom Geschmack neun Punkte gegeben, aber die Aufgabe ist nicht erfüllt." Glatte Nullnummer! Calli blieb bei seiner Wertung: "Isch kenne ken Frikeh!" - "Team Henssler" zog auf 49:34, dann dank Küchenintermezzo auf 52:34 davon.

Die Hauptspeise (Austernseitlinge mit Zuckerschotensalat und Hokkaido-Kürbis) gegen den neuerdings bekennenden Veganer Ralf Moeller kam - und Hensslers Widerstandskraft ("Ich bin sonst nicht so ne Pussy, aber das tut echt weh") schwand ebenso schnell wie Hayas Geduld, angesichts des gemütlichen Smalltalks, den der Hollywoodheld aus Recklinghausen mit Laura führte. Haya: "Wenn du weiter redest, krieg ich hohen Blutdruck." Den bekam sie auch bei der Jury-Wertung: "Team Henssler" siegte 22:19. Vor der abschließenden Nachspeise stand es 74:56 für Steffen Henssler und Detlef Steves.

Dann nahm das Drama seinen Lauf.

Laura Wontorra lästert über kranken Henssler: "Den haben wir erledigt!"

"Ich bin durch, ich kann nicht mehr." Man sah es. Steffen Henssler konnte schon nicht mehr gerade stehen, Laura Wontorra ("Du leidest wie ein Hund. Geh doch!") überredete ihn förmlich, endlich aufzugeben. Henssler ("Jetzt werd ich schon aus der eigenen Sendung geschmissen!") gab Detlef Steves noch letzte Tipps, motivierte ("Die machst du nass, ich zähl auf dich!") und humpelte gekrümmt (Mirja: "Das arme Hasi. Und das in dem jungen Alter!") aus dem Studio.

Kaum war Henssler außer Hörweite, wanzte sich Laura bei Nachspeisen-Köchin Lilly ein: "So, den haben wir erledigt. Den haben wir fertig gemacht. Jetzt musst du nur noch den da drüben im pinken Jacket weghauen." Dem "Pink Panther" Detlef, wurde es mittlerweile auch mächtig mulmig. "Ich bin allein. Ich hab Angst!" Und womit? Mit Recht!

"So blöd kann doch keiner sein": Detlef Steves verwechselt Zucker mit Salz

"Muss die Nachspeise süß sein?" Das fragte Steves, als er seines furchtbaren Fauxpas' gewahr wurde: Er hatte Zucker mit Salz verwechselt! "Oh Sch..., ich hab da Salz reingehauen! Wo kam denn das Sch...-Salz her?"

Hot oder Schrott? Diesmal gab es juryseitig keine zwei Meinungen: Christian Rach und Mirja Boes spuckten sofort angewidert aus! Calli leckte nur dran und wütete schon: "So blöd kann doch keiner sein!" Das "Leckermäulschen", das kein Frikeh kennt, witterte sogar eine Küchenverschwörung: "So dämlich kann keiner sein. Das ist kein Versehen, dat war en Drecksack!" Das sahen die anderen zwar nicht so, aber Mitleid (wie noch beim frikehlosen Beisenherz) zeigte auch Mirja Boes nicht. Glatte Null ("Das geht höchstens für professionelle Darmentleerung!"), wie auch von Rach ("Disqualifiziert, das ist eineindeutig Sch....!").

Und Detlef Steves, mittlerweile den Tränen nah, schwante: "Ich verlier das noch, die ganze Sch....!"

Da zumindest behielt er Recht. Denn Lillys Backwerk wurde mit 19 Punkten bewertet (Höchstwertung, ausgerechnet und natürlich, von Calli!). Als Laura Wontorra, das Fähnchen im Wind, die "Frauenpower" der Sendung (also auch irgendwo sich) lobte und das Endergebnis von 75:74 für die Promis verkündete, wurde Detlef Steves endgültig zum Häufchen Elend. "Nein! Nein!", rief er aus, ging bedröppelt zu Boden und sah als Häufchen Elend so leidend aus wie sein Chef zuvor. Sein "Ersatzeinsatz" war völlig versalzen!

Video: Diese typischen Fehler macht fast jeder beim Gemüsekochen