Charme-Offensive? Saudischer Kronprinz bin Salman zu Gast im Élyséepalast

Vier Jahre nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi scheint der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (kurz: MBS) in Europa wieder salonfähig zu sein - nach seinem Besuch in Griechenland reiste er weiter nach Paris, wo er von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Élyséepalast empfangen wurde.

Ein Gratwanderung, die für Macron alles andere als einfach sein dürfte.Aus den Reihen der Opposition und von Menschenrechtsorganisation hagelte es heftige Kritik für die Einladung des Kronprinzen nach Paris.

"In den Diskussionen geht es um Öl, um Öllieferungen mit zweifellos schwindelerregenden Verträgen. Sie dürfen die wirklich katastrophale Menschenrechtslage in Saudi-Arabien nicht verschleiern", sagt Jean-Claude Samouiller und weiter: "Wir können gut sehen, dass diese Person eine Art Rehabilitation durchgemacht hat. Da war Joe Biden, da war Emmanuel Macron, er war in Griechenland. Er macht die Tour durch die europäischen Länder. Wir können also sehen, dass er eine Charmeoffensive, eine Medienkampagne durchführt."

Die Isolation des de facto-Herrschers von Saudi-Arabien, der im Verdacht steht, 2018 den Mord am Journalisten Khashoggi in Auftrag gegeben zu haben, ist seit dem Besuch von US-Präsident Joe Biden im Köngreich vor zwei Wochen quasi beendet.

Für Westeuropa, das seit dem Beginn des Ukraine-Krieges auf eine Energiekrise zusteuert, hat die Suche nach neuen Gas- und Öllieferanten oberste Priorität. Das Königreich Saudi-Arabien ist nach Venezuela eines der weltgrößten Öl-Förderstaaten.

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