Chef der angeschlagenen Restaurantkette Vapiano tritt zurück

Mitarbeiter von Vapiano

Der Chef der angeschlagenen Restaurantkette Vapiano, Cornelius Everke, tritt zurück. Der Vorstandsvorsitzende habe den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er "aus persönlichen Gründen" seinen Posten bereits Ende August niederlegen werde, teilte das Unternehmen am frühen Sonntagabend mit. Demnach gab es eine einvernehmliche Lösung.

Der Aufsichtsrat will dem Unternehmen zufolge zunächst die Aufsichtsratsvorsitzende Vanessa Hall als Übergangschefin einsetzen, falls sie auf der diesjährigen Hauptversammlung wieder in das Gremium gewählt wird. Hall sei bereit, Vapiano "bis mindestens Ende April 2020 zu führen". Zugleich werde ein Prozess zur raschen Neubesetzung der Chefposition eingeleitet.

Vapiano ist seit längerem angeschlagen und hatte erst im Juni erklärt, auch in diesem Jahr mit Verlusten zu rechnen. Das Konzernergebnis werde zwar "deutlich besser" als im vergangenen Jahr ausfallen, aber immer noch einen Verlust "im mittleren zweistelligen Millionenbereich" ausweisen. Vapiano kündigte im Sommer zudem an, deutlich langsamer wachsen und sich auf Kernmärkte wie Deutschland, Österreich und Frankreich konzentrieren zu wollen.

Im vergangenen Jahr hatte die Kette zwar einen Umsatz von 371,5 Millionen Euro gemacht, jedoch Verluste in Höhe von 101 Millionen Euro verbucht. Das lag vor allem an den hohen Kosten der Expansion. Everke hatte im Juni erklärt, in den kommenden Jahren wolle sich das Management verstärkt darauf konzentrieren, den Konzern in die schwarzen Zahlen zu bringen.