Chef der Deutschen Börse will trotz gescheiterter Fusion an der Spitze bleiben

Vertrag läuft 2018 aus

Trotz der gescheiterten Mega-Fusion zwischen der Frankfurter und der Londoner Börse will Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter im Amt bleiben. "Ich bin interessiert, der Börse weiterzuhelfen", sagte Kengeter laut "Handelsblatt" bei einer Veranstaltung der Zeitung. Er dränge sich aber nicht auf. Sein Vertrag läuft im kommenden Jahr aus, er wurde dem Bericht zufolge bislang nicht verlängert.

Kengeter räumte Fehler ein: Den Vorwurf, politisch naiv gehandelt zu haben, "muss ich mir gefallen lassen?, sagte er auf der Veranstaltung. "Wir haben in der Kommunikation nicht so überzeugend und emotional agiert, wie das vielleicht notwendig gewesen wäre."

Einen weiteren Mega-Deal schloss der Börsenchef aus: "Ich sehe keine Großfusion, die jetzt für uns attraktiv wäre." Stattdessen müsse die Börse organisch wachsen und die Übernahme von kleinen und mittleren Unternehmen prüfen, die zur ihr passten.

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) hatten einen europäischen Börsenriesen schmieden wollen. Ende März untersagte die EU-Kommission die Fusion. Zuvor hatte sich die LSE geweigert, neue Auflagen der EU-Wettbewerbshüter für die Fusion zu erfüllen und damit nach Ansicht von Beobachtern einen Ausweg aus dem vor dem Brexit-Entscheid vereinbarten Zusammenschluss gesucht.

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