Chef der Ministerpräsidentenkonferenz wirbt für Impfungen ab zwölf Jahren

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Michael Müller

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), hat für Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren geworben. Die Impfung sei "überhaupt nicht so risikoreich, wie viele befürchten", sagte Müller am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Dass die Gesundheitsminister von Bund und Ländern die Impfungen für diese Altersgruppe nun vorantreiben wollen, halte er für "sehr sachgerecht".

Die Gesundheitsminister wollen die Impfungen in dieser Altersgruppe forcieren, obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) dafür noch keine grundsätzliche Empfehlung gibt. Ein Beschluss dazu ist für diesen Montag geplant. Die Stiko empfiehlt die Impfung derzeit nur für junge Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen

Müller wandte sich dagegen, Kinder und Jugendliche ungeschützt zu lassen und so eine Ansteckung zu riskieren. Es könne auch für Kinder Langzeitfolgen durch eine Corona-Infektion geben, sagte der SPD-Politiker.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), sagte im "Morgenmagazin", die Empfehlung der Gesundheitsminister trotz einer noch ausstehenden Empfehlung durch die Stiko sei kein Angriff auf das Gremium. Die Stiko habe ja gerade die Möglichkeit eröffnet, dass nach individueller Abschätzung eine Impfung für Kinder ab zwölf Jahren möglich sei. In anderen Ländern werde in dieser Altersgruppe bereits breit geimpft, ergänzte Holetschek.

Der CSU-Gesundheitsminister sagte, es sei wichtig, dass jetzt keine Zeit verloren werde in der Impfkampagne. Eltern, die unsicher seien, empfahl er eine Rücksprache mit dem eigenen Arzt. "Wer verunsichert ist, soll sich mit seinem Arzt beraten. Es soll ja niemand gezwungen werden." Es gehe um ein Angebot für eine Gruppe, die noch nicht geschützt sei.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller verteidigte gleichzeitig, dass die Test- und Quarantäneregeln für Urlauber während der laufenden Hochsaison verschärft wurden. Die Entscheidung liege an der Situation in den jeweiligen Reiseländern. "Die Situation hat sich in den letzten Wochen einfach so verändert, dass man so darauf reagieren musste", sagte er dem "Morgenmagazin".

Seit Sonntag gilt eine allgemeine Testpflicht für Einreisende aus dem Ausland. Rückkehrer aus Hochrisiskogebieten müssen eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens ab dem fünften Tag durch einen negativen Test beendet werden kann. Kinder unter zwölf Jahren können ohne Test nach fünf Tage die Quarantäne beenden.

ran/cne

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